Tesla
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Batterie-Boom: CATL will in Deutschland die Tesla-Gigafactory übertreffen

„Woher sollen denn die ganzen Batterien kommen?“ so die beliebte rhetorische Frage der Elektroauto-Skeptiker. Die Antwort: Von Batterie-Giganten wie Tesla-Partner Panasonic, Samsung SDI (Im Depot 2030) oder dem chinesischen Batteriehersteller CATL. Und die Megafabriken nehmen schneller Gestalt an als bisher angenommen. So berichtet electrive.net, dass der CATL die Pläne für seine Fabrik in Erfurt nach oben geschraubt hat. Und das deutlich.

100 statt 60 GWh

Zunächst sei von einer Kapazität in Höhe von 14 GWh pro Jahr in der ersten Ausbaustufe die Rede gewesen. Für 2026 war eine Produktionskapazität von 60 GWh im Gespräch. CATL-Europachef Matthias Zentgraf ist jetzt deutlich optimistischer. „Wir haben Mitte des letzten Jahres gedacht, die großen Aufträge sind vergeben. Aber dem war nicht so. Es geht weiter nach oben. (…) Die Anfragen der Automobilhersteller sind da! Bei realistischer Planung gehen wir – niedrig gerechnet – von einem Bedarf in Höhe von 100 GWh im Jahr 2025 aus.“ Das sind gewaltige Ausmaße, die auch den Langfristplänen von Teslas Gigafactory entsprechen.

Zentgraf, der von Samsung SDI zu CATL wechselte sagte elctrive.net: „Das Umfeld hat sich stark geändert, die neuen CO2-Ziele führen zu einem schnelleren eMobility-Hochlauf.“ Ein Umfeld wie gemacht auch für Samsung SDI.

Panasonic hat nun zwar eine Gewinnwarnung abgegeben. Doch Grund war die schwächere Nachfrage nach Haushaltsgeräten wie Kühlschränken. Die Batteriesparte von Panasonic, die vom Abnehmer Tesla geprägt ist schrieb mit 131 Millionen Euro jedoch den ersten Betriebsgewinn seit drei Quartalen.

Kauf von Maxwell

Tesla ging nun noch einen Schritt weiter und meldete am Montag die überraschende Übernahme von Maxwell : Der Autobauer kauft damit einen Spezialisten für sogenannte Superkondensatoren oder Ultracapacitors. Die Maxwell-Aktie springt heute 50 Prozent ins Plus - denn laut Übernahme-Deal wird die Technologiefirma mit 218 Millionen Dollar oder 4,75 Dollar je Aktie bewertet. Maxwell-Aktionäre erhalten im Tausch Tesla-Aktien. Für die Tesla-Aktie ist diese Übernahme weniger relavant - das Deal-Volumen entspricht nur 0,4 Prozent der Tesla-Marktkapitalisierung. 

Doch technologisch ist Maxwell durchaus eine interessante Ergänzung. Denn deren Ultrakondensatoren sind aufgrund ihrer extrem schnellen Lade- und Entladezeit (nur wenige Sekunden) eine ideale Kombination mit Lithium-Ionen-Akkus. Maxwell arbeitete bereits mit Bentley aus der Volkswagengruppe zusammen. Zudem hat Geely/Volvo Mitte 2018 bekannt gegeben, bei 2020er-Modellen Produkte von Maxwell einzusetzen. Bisher werden diese primär beim Laden eingesetzt - doch auch das Fahren selbst könnte in Zukunft dynamischer werden dank Ultracapacitors.

Schon jetzt sind Tesla-Autos durchaus spritzig. Die renommierte US-Gesellschaft Consumer Report hat jüngst erneut den "Spaß" getestet, den Autofahrer mit ihren Fahrzeugen haben. Und noch vor dem Porsche 911 ist der neue Tesla Model 3 gelandet. Die schnelle Beschleunigung des Elektroautos gepaart mit dem Gefühl, besonders umweltfreundlich zu fahren, bereitet den meisten "Joy". Hier das neue Ranking von Consumer Report: 

Platz 1: Model 3, Platz 2: 911, 3: Genesis G90, Corvette, Model S, Avalon, Stinger, Bolt, Prius. Electrek-Autor-Fred Lambert ergänzt: "Ich kenne mehr als 100 Personen, die ein Model 3 fahren - und ich erinnere mich an keinen, der es nicht liebt." Doch Aktionäre handeln die Zukunft und denken schon an das Ranking des Jahres 2020 wenn etwa Porsche mit dem neuen Elektroauto Taycan kontern wird.

Während die Kunden zufrieden sind, fühlt sich Tesla-Aktionär zu sein nicht an, wie in einem dynamischen Elektroauto zu fahren an - sondern eher, wie seit Monaten im Stau festzusitzen. Und die Seitwärtsbewegung, der Stillstand hält zunächst weiter an. Auch wenn es kurzfristig positive Signale gibt, die 300-Dollar-Marke zurückerobert wurde, ist die technische Bremse noch nicht gelöst: Die Tesla-Aktie notiert weiterhin unter der 38-, 90- und 200-Tage-Linie. Zudem sieht man im Chart eingezeichnet, dass nach dem geknackten Widerstand bei 300 Dollar bei 320 Dollar erneut ein kniffliger Widerstand lauert. 

Auch Contrarian-Analyst Gordon Johnson rät, strikt zwischen Produkt und Aktie zu unterscheiden. Er empfiehlt nach dem Q4-Zahlen „aggressiv“ die Short-Position auszubauen. Vom Q4 auf das Q1 2019 sei kein Wachstum beim Autoabsatz mehr zu erwarten. Denn Model S und Model X haben ihren Verkaufs-Höhepunkt schon hinter sich. Die Konsensus-Gewinnprognosen seien daher „drastisch zu hoch“. Auch er sieht den Weggang des CFO als „rote Flagge“. Tesla sei im Peer-Group-Vergleich zu anderen Hersteller zu hoch, falsch bewertet. Das Kursziel bestätigt er bei 72 Dollar bis Ende 2019. Seine Branchenkollegen sehen das natürlich (Johnson agiert gerne antizyklisch gegen die Masse) anders – das durchschnittliche Kursziel beträgt 312 Dollar.

Dennoch rät Florian Söllner im neuen AKTIONÄR TV, die Meinung des Ausnahme-Analysten ernst zu nehmen. Zumal jüngst Deloitte auf den drohenden Aufbau massiver Elektroauto-Überkapazitäten (ähnlich wie damals bei Solar?) hingewiesen hat:

 

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