BASF
- Thorsten Küfner - Redakteur

BASF mit reichlich Potenzial

Die ehrgeizigen Langfristigziele von BASF haben der Aktie zuletzt Rückenwind verliehen. Nun haben die Analysten den weltgrößten Chemiekonzern näher unter die Lupe genommen. Fast alle kommen zu dem Ergebnis: Der DAX-Wert ist derzeit noch viel zu günstig bewertet.

BASF-Chef Kurt Bock hat in dieser Woche die ambitionierten Langfristziele des Chemieriesen vorgestellt (DER AKTIONÄR berichtete). Demnach soll der Umsatz von derzeit knapp 70 Milliarden Euro bis 2020 auf 115 Milliarden Euro steigen. Der operative Gewinn soll sogar von rund elf auf 23 Milliarden Euro mehr als verdoppelt werden. Nun haben die Analysten die Aktie des Weltmarktführers erneut genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Experten hält die Title für unterbewertet.

So rät etwa die Citigroup weiterhin zum Kauf der Aktie von BASF (wie übrigens Equinet und Cheuvreux auch) und belässt das Kursziel bei 72,00 Euro. Analyst Andrew Benson räumte allerdings ein, die kommenden drei Quartale dürften für den Chemiekonzern herausfordernd werden. Mit Blick auf das langfristige Wachstum sei BASF seiner Ansicht nach jedoch gut aufgestellt. So wolle das Unternehmen nicht mehr nur simple Chemikalien, sondern verstärkt funktionale Materialien und Lösungen verkaufen. Zudem plant der DAX-Konzern, das Geschäft in bedeutenden Schwellenländern wie China auszubauen.

Kursziel 74,00 Euro

Noch etwas optimistischer ist das Bankhaus Lampe. Analyst Heiko Feber hat die Einstufung für die BASF-Aktie auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 74,00 Euro belassen. Die langfristigen Ziele der Ludwigshafener sind seiner Ansicht nach angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Unsicherheit ambitioniert. Da aber darin auch Übernahmen enthalten sind, hält Feber die Prognose für realistisch.

Independent Research bleibt skeptisch

Christoph Schöndube, Analyst bei Independent Research, rät hingegen lediglich dazu, die Aktie zu Halten. Das Kursziel wurde mit 56,00 Euro bestätigt. Das Umsatzziel des Chemiekonzerns sei realistisch, das erwartete EBITDA erscheine aber ambitioniert. Insgesamt wertet Schöndube die Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie positiv. Er verweist allerdings darauf, dass Kurz- und mittelfristig nach wie vor konjunkturelle Unsicherheiten infolge der Staatsschuldenkrise bestehen.

Klarer Kauf

BASF verfügt über eine hervorragende Position in attraktiven Zukunftsmärkten, eine solide Bilanz und ist breit genug aufgestellt, um selbst im Falle einer Rezession profitabel zu bleiben. Aufgrund der niedrigen Bewertung (2012er-KGV: 10) ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau für langfristig orientierte Anleger ein klarer Kauf. Das Kursziel lautet weiterhin 70,00 Euro, der Stoppkurs sollte bei 39,00 Euro belassen werden.

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