BASF
- Werner Sperber - Redakteur

BASF: Die Branche ist im Umbruch

BASF ist der weltgrößte Chemiekonzern. Das könnte bald Geschichte sein – womöglich auch deswegen sinkt der Aktienkurs des deutschen Konzerns. Im Vergleich zum Branchenindex Stoxx Europe 600 Chemicals ist BASF allerdings seit März 2009 einschließlich der Dividenden noch immer 56 Prozent vorne.

BASF beziehungsweise die Öl- und Gas-Tochterfirma Wintershall leidet unter dem gesunkenen Ölpreis. Obwohl die Nachfrage nach dem wichtigsten Rohstoff der Wirtschaft weiter steigt, fürchten Analysten eine sinkende weltweite Wirtschaftsleistung. Ein solcher Abschwung drückt die Kurse in der frühzyklischen Chemiebranche ebenfalls. Zudem könnte BASF den Bonus als größtes Chemie-Unternehmen der Welt verlieren. Schließlich ist die Branche im Umbruch. Der zusammengeschlossene Konzern Dow Chemical/DuPont und die nun angestrebte Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Staatsbetrieb ChemChina machen deutlich: Die Großen wollen noch größer werden und BASF steht alleine da.

Öl belastet, die Dividende lockt
Peter Spengler, Analyst der DZ Bank, beschäftigt sich dagegen mit den Zahlen von BASF. Damit hat der Konzern die Schätzungen von Spengler verfehlt. Auch wegen des gesunkenen Ölpreises hat er seine Gewinnschätzungen deutlich reduziert. Zudem rät er nicht mehr zum "Kaufen", sondern nur mehr zum "Halten" der Aktie und verringerte auch seine Einschätzung für den "fairen Wert" von 80 auf 57 Euro.

Paul Walsh, Analyst der US-Bank Morgan Stanley, geht zwar auch von deutlich weniger Gewinn in diesem und im nächsten Jahr aus. Allerdings verweist er auf die gute Dividendenrendite. Die Notierung sollte einen Boden gefunden haben. Walsh stuft die Aktie deshalb weiter mit "Gleichgewichten" ein, senkte jedoch sein Kursziel von 74 auf 68 Euro.

Günstige Qualität, aber…
DER AKTIONÄR bleibt dabei: BASF ist ein Qualitätsunternehmen und derzeit günstig bewertet. Die Ängste rund um den Ölpreis sowie das angeschlagene Chartbild sprechen derzeit jedoch gegen einen Einstieg. Den sollten Anleger erst ins Auge fassen, wenn sich klar ein charttechnischer Boden gebildet hat. Investierte sollten den Stoppkurs bei 58,50 Euro beachten. 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Werner Sperber | 0 Kommentare

Bernecker: BASF macht es besser als Bayer

Die Actien Börse schreibt, der Öl-Konzern Baker Hughes erhöht die Zahl der Bohrlöcher wieder und das ist ein Zeichen für anziehende Ölpreise. Das wiederum schlägt stets verstärkt auf den Aktienkurs von BASF durch, denn der Chemie-Konzern profitiert von höheren Notierungen für diesen wichtigen … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

„Top-Pick“ BASF: Knapp 30 Prozent Potenzial

In der vergangenen Handelswoche ging es mit den Anteilscheinen des weltgrößten Chemieproduzenten BASF leicht bergab. Dies dürfte nach Ansicht der Experten der US-Großbank Citigroup für Anleger eine sehr gute Gelegenheit darstellen, um beim Ludwigshafener DAX-Konzern nun günstig zugreifen zu können. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

BASF: Quo vadis Wintershall?

Über Jahre hinweg war Wintershall die Cash-Cow für den Chemieriesen BASF. Der massive Ölpreisverfall Ende des Jahres 2014 belastete die Öl- und Gastochter stark. Nun steht die Sparte vor wichtigen strategischen Entscheidungen. Spannend wird es dabei vor allem um die Zukunftspläne in zwei Ländern. mehr