BASF
- Werner Sperber - Redakteur

BASF: Analysten raten zum Kauf

Anleger und Analysten sind mit den Zahlen von BASF für das zweite Quartal 2011 nicht restlos zufrieden. Insgesamt sind die Börsenexperten zurückhaltender geworden. Dabei ist und bleibt der Chemiekonzern die beste Wahl in dieser Branche.

Das Wachstum der in Ludwigshafen ansässigen BASF SE ist den Anlegern im zweiten Quartal etwas zu niedrig gewesen. Deshalb sind die Analysten nun etwas vorsichtiger in ihren Einschätzungen für den weiteren Geschäftsverlauf des Chemie-Konzerns. Zum Beispiel Matthias Cornu, Analyst der französischen Exane BNP Paribas, hat deshalb seine Schätzungen für die Gewinne in diesem und im nächsten Jahr gesenkt. Insgesamt beließ er seine Einstufung für die Aktie zwar bei "Neutral", er senkte allerdings sein Kursziel von 70 auf 66 Euro. Lutz Grüten, Analyst der Commerzbank, geht nach Gesprächen mit dem Management von einer intakten grundsätzlichen Entwicklung aus. Der Kursabschlag aufgrund der Zahlen ist demnach übertrieben. Dennoch reduzierte auch Grüten seine Gewinnschätzungen, beließ sein Votum auf "Buy" und senkte sein Kursziel von 76 auf 72 Euro. Andreas Heine, Analyst der italienischen Unicredit, verwies auf den schwachen Geschäftsverlauf im Juni, der vor allem auf den Abbau von Lagerbeständen chinesischer Kunden zurückzuführen ist. Damit hat sich die Geschäftsdynamik lediglich normalisiert. Heine bestätigte sein Rating mit "Buy" und senkte sein Kursziel von 77 auf 74 Euro. Die Analysten der Deutschen Bank sehen das Wachstum intakt und erneuerten ihre Empfehlung mit "Buy". Das Kursziel reduzierten sie von 76 auf 75 Euro.

"Günstige Kaufgelegenheit"

Martin Rödiger, Analyst des französischen Brokerhauses Cheuvreux, hält es für normal, wenn sich Ergebnisse im zweiten Quartal nach einem starken Jahresauftakt normalisieren. Die im laufenden dritten Quartal typische Sommerflaute dürfte moderat ausfallen. Deshalb hat Rödiger seine Gewinnschätzungen für die Jahre 2011 bis 2013 nur um ein Prozent gesenkt. Die Gewinnentwicklung ist intakt und der Titel zählt weiter zu den "Top Picks" des Sektors. Darum bestätigte Rödiger seine Einstufung für die BASF-Aktie mit "Selected List" und sein Kursziel von 80 Euro. Richard Logan, Analyst der US-Bank Goldman Sachs, sieht nun eine günstige Einstiegsgelegenheit. Die für das nächste Jahr viel zu niedrigen Markterwartungen dürften während des zweiten Halbjahres 2011 steigen. Die Zahlen für das dritte Quartal sollten gut ausfallen. Deshalb beließ es Logan bei seinem Votum "Conviction Buy List", reduzierte allerdings sein Kursziel von 93 auf 86 Euro. Insgesamt schätzen die Analysten die Gewinne je Aktie für die Jahre 2011 bis 2013 auf 6,45 Euro beziehungsweise 6,72 Euro respektive 7,02 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 9 respektive 8. Angesichts dieser günstigen Bewertung bleibt es beim langfristigen Kursziel von 85 Euro. Risikobereite Anleger sollten den derzeitigen Ausverkauf nutzen, um Positionen auf- oder auszubauen. Der Stoppkurs sollte bei 53 Euro gesetzt und beachtet werden.

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