Barclays
- Thorsten Küfner - Redakteur

Barclays mit Milliardenverlust – jetzt aussteigen?

Die britische Großbank Barclays hat im abgelaufenen Jahr einen Verlust in Milliardenhöhe verbucht. Sollten bereits investierte Anleger nun die Reißleine ziehen und aussteigen oder lohnt sich gerade jetzt der Einstieg?

Barclays hat im abgelaufenen Jahr im Zuge von zahlreichen Sonderbelastungen einen Verlust von 1,04 Milliarden Pfund verbucht. 2011 hatte die Großbank noch einen Überschuss von drei Milliarden Pfund erzielt. Nun will der Konzern 3.700 Arbeitsplätze streichen, 1.800 davon im Investmentbanking. Dadurch soll der Anteil der operativen Kosten an den Erträgen von derzeit mehr als 70 Prozent bis zum Jahre 2015 auf nur noch 55 Prozent sinken. Im ersten Quartal 2013 wird dies allerdings zunächst noch zu Restrukturierungskosten von 500 Millionen Pfund führen. Analysten rechnen für das Gesamtjahr dennoch mit einer Rückkehr in die Gewinnzone und einem Überschuss von mehr als vier Milliarden Pfund.

Aktie unterbewertet

Angesichts eines KGVs von 8, eines KBVs von 0,7 und einer Dividenderendite von 2,4 Prozent sind die Anteile von Barclays deutlich günstiger bewertet als die Aktien der britischen Konkurrenten HSBC (11/ 1,2/ 4,2 Prozent), RBS (13/0,6/ 0 Prozent) und Lloyds Banking Group (14/0,8/ 0,6 Prozent). Die Aktie bleibt daher der attraktivste Bankenwert in Großbritannien. Das Kursziel lautet weiterhin 5,00 Euro, der Stopp sollte bei 2,40 Euro belassen werden.

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