Banco Espirito Santo
- Thorsten Küfner - Redakteur

Banco Espirito Santo: Großaktionär bald pleite?

Der Großaktionär der Banco Espirito Santo (BES), die in Luxemburg ansässige Beteiligungsgesellschaft Rioforte Investments, ist nicht in der Lage, die fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von 847 Millionen Euro gegenüber der Portugal Telecom zu begleichen. Der Telekomkonzern hat nun angekündigt, vor Gericht zu gehen. Bloomberg News hat indes sogar unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertrauten Person berichtet, dass Rioforte nun Gläubigerschutz beantragen will. Die Aktie der BES kann im frühen Handel dennoch kräftig zulegen.

Keine Insolvenzgefahr bei BES!

Der Antrag auf Gläubigerschutz von Rioforte dürfte die Marktteilnehmer mittlerweile wohl kaum noch überraschen. Für die BES hätte dies zum einen den unangenehmen Effekt, dass die Kredite an Rioforte sowie Riofortes Schwester- beziehungsweise Mutterkonzerne wie Espirito Santo Irmaos oder Espirito Santo Financial Holding nicht mehr zurückgezahlt werden könnten. Das Exposure der BES bei diesen Gesellschaften soll sich auf etwas weniger als eine Milliarde Euro belaufen. Ein Komplettausfall wäre zwar natürlich bitter und würde das Konzerergebnis ordentlich verhageln, die Existenz der Großbank wäre dadurch allerdings nicht gefährdet. Schließlich verfügt das Institut über einen stattlichen Eigenkapitalpuffer, der zwei Milliarden Euro über den regulatorischen Anforderungen liegt.

Bald noch mehr Aktienverkäufe?

Das Risiko für den Aktienkurs der BES bleibt allerdings sehr hoch. Denn es könnte nun dazu kommen, dass Rioforte ihre restliche Beteiligung an der BES (20 Prozent) auf den Markt werfen muss, um zumindest noch einen Teil der ausstehenden Forderungen begleichen zu können. Die BES-Aktie bleibt daher nichts für schwache Nerven. Wegen der aktuell sehr günstigen Bewertung können allerdings sehr mutige Anleger erste Positionen aufbauen.

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