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- DER AKTIONÄR

Bald "Intel inside" bei Nvidia?

Einige werden sich vielleicht noch erinnern: Vor rund fünf Jahren gehörte die Nvidia-Aktie zu den ganz seltenen Lieblingen der Börsianer. Während die meisten anderen Tech-Papiere nach dem Platzen der Internetblase in teilweise dramatischen Talfahrten gen Süden rauschten, entwickelte sich die Notierung des US-Produzenten von Computer-Grafikchips prächtig. Sie lag über das gesamte Jahr 2001 gesehen im Plus.

Gerüchte über eine Übernahme durch den Chipriesen treiben den Aktienkurs des Grafikkartenspezialisten. Zu Recht?

Einige werden sich vielleicht noch erinnern: Vor rund fünf Jahren gehörte die Nvidia-Aktie zu den ganz seltenen Lieblingen der Börsianer. Während die meisten anderen Tech-Papiere nach dem Platzen der Internetblase in teilweise dramatischen Talfahrten gen Süden rauschten, entwickelte sich die Notierung des US-Produzenten von Computer-Grafikchips prächtig. Sie lag als eine von ganz wenigen Tech-Aktien über das gesamte Jahr 2001 gesehen im Plus – mit einer sagenhaften Performance von 300 Prozent. Anschließend ereilte die Nvidia-Aktie allerdings dasselbe Schicksal wie ihre „Kollegen“: Sie sackte brutal ab – von Januar 2002 bis zum Oktober desselben Jahres zehntelte sich ihr Wert. Starke Anstiege und gleichermaßen harte Korrekturen – Nvidia-Aktionäre sind seither einiges gewohnt. So brachte sie womöglich auch nicht aus der Ruhe, als in der vergangenen Woche der Kurs an nur einem Tag um rund zehn Prozent in die Höhe schoss – bei Umsätzen, die doppelt so hoch waren wie an normalen Handelstagen. Für den Kursschub war ein Bericht zuständig, dem zufolge der Chip-Gigant Intel möglicherweise an einer Übernahme von Nvidia interessiert ist.

Fragen und Antworten

Solche Spekulationen, zu denen sich weder Nvidia noch Intel äußern, stehen schon seit Juli im Raum, als Intel-Konkurrent Advanced Micro Devices (AMD) den Nvidia-Wettbewerber ATI für mehr als fünf Milliarden Dollar aufkaufte. Die neuen Gerüchte stoßen daher bei den Börsianern auf fruchtbaren Boden. Warum sollte nicht auch Intel Nvidia übernehmen? Einige Experten haben allerdings eine Antwort darauf, sie stehen den Gedankenspielen skeptisch gegenüber. Während die Übernahme von ATI durch AMD sinnvoll erscheine – immerhin ergänzten sich die Produktpaletten beider Unternehmen –, gebe es bei Intel und Nvidia zu viele Überschneidungen. Vor diesem Hintergrund sei es fragwürdig, ob Intel eine Firma mit immerhin fast 3.000 Mitarbeitern übernehmen wolle, wo der Konzern selbst gerade aus Gründen der Effizienzsteigerung eine große Anzahl an Stellen abbaue. Zumal Nvidia mit einem aktuellen Börsenwert von fast elf Milliarden Dollar alles andere als ein Schnäppchen wäre.

Derzeit nur Übernahmefantasie

Ob Nvidia tatsächlich auf dem Einkaufszettel von Intel steht, erscheint fraglich. Wer darauf spekulieren möchte – oder darauf, dass sich jemand anderes um Nvidia bemüht –, sollte einen Stopp bei 18,50 Euro platzieren. Ohne die Übernahmefantasie hat Nvidia derzeit allerdings „nur“ die Marktführerschaft in Bereichen wie dem der Desktop-Grafikkarten zu bieten. Die prognostizierten Wachstumsraten sind eher durchschnittlich.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 42/2006.

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