- DER AKTIONÄR

Baidu - Die zweite Google?

Vor einem Jahr verlief das IPO von Google äußerst erfolgreich. Baidu will dem Beispiel folgen und ist damit nicht die erste chinesische Firma, die der Kursentwicklung ihres US-Pendants nacheifert. Ein neuer Trendindikator?

Vor einem Jahr verlief das IPO von Google äußerst erfolgreich. Baidu will dem Beispiel folgen und ist damit nicht die erste chinesische Firma, die der Kursentwicklung ihres US-Pendants nacheifert. Ein neuer Trendindikator?

Von Nancy Lanzendörfer

Wer hätte das gedacht? Vor nicht mal einem Jahr musste die beliebte Internetsuchmaschine Google noch mangels Nachfrage ihren Ausgabepreis auf 85 Dollar senken und die Zahl der angebotenen Aktien reduzieren. Die Anteile wären zu teuer, hieß es damals. Und heute notiert die Google-Aktie über der 300-Dollar-Marke. Seit dem Börsengang im August 2004 hat sie sich also mehr als verdreifacht! Ein Erfolg, der seinesgleichen sucht. Ob Googles Pendant in China da mithalten kann?

Teuer, na und?

Auch die größte Internetsuchmaschine Chinas steht nun kurz vor dem Sprung an die Börse. Baidu will unternehmensnahen Kreisen zufolge mit einem Aufschlag im Vergleich zu anderen chinesischen Internetfirmen aufs Parkett stürmen, aber auch mit einem Discount gegenüber Google. Wenngleich nähere Details noch nicht bekannt sind, könnte Baidu 800 Millionen Dollar auf die Börsenwaage bringen - für eine Internetfirma, die im letzten Jahr 1,45 Millionen Dollar Nettogewinn bei Erlösen von 13,4 Millionen Dollar erwirtschaftete, auch ein stolzer Preis. Der US-Kontrahent wies zwar einen Umsatz von 3,2 Milliarden Dollar im letzten Jahr aus und wird in diesem Jahr vermutlich 3,6 Milliarden generieren, ist mit 83 Milliarden Dollar inzwischen aber auch der schwerste Medienkonzern der Welt.

Erfolgsprinzip: Erst USA, dann China

Baidu ist allerdings bei weitem nicht die erste chinesische Firma, die sich ihr US-Pendant zum Vorbild nimmt. 51Job beispielsweise, ein Online-Jobportal wie Monster, startete erst im letzten September an der Börse durch. Während die Aktien von Monster Worldwide, der Muttergesellschaft des US-Karriereportals, in den ersten Jahren ihres Börsendaseins 1.000 Prozent in die Höhe kletterten, verbuchte 51Job seitdem zumindest kurzzeitig ein Kursplus von 300 Prozent. Ctrip aus China vergleicht man mit dem großen Internet-Reiseportal Expedia, wenngleich die US-Firma mittlerweile zur Interactive Corp. gehört. Und Shanda wird sogar als die chinesische Electronic Arts bezeichnet. Zwar deutlich kleiner als der US-Gigant und auch eher im Online-Spiele-Bereich angesiedelt, blickt der chinesische Marktführer seit seinem Börsendebüt im Mai 2004 aber auch auf ein stattliches Kursplus von mehr als 200 Prozent zurück, zwischenzeitlich sogar auf über 300 Prozent.

Gute Chancen für Baidu

Die Chancen auf einen erfolgreichen Börsengang der Internetsuchmaschine Nummer eins im Reich der Mitte stehen also nicht schlecht. Ob die chinesische Google mit einer ähnlichen Performance glänzen kann, wie ihr Vorbild, hängt unter anderem auch davon ab, ob Baidu die führende Position im Boommarkt China gegen die Konkurrenz wie Sohu, Yahoo, Sino oder eben Google behaupten kann. Letztere hat sich übrigens bereits mit 2,6 Prozent am chinesischen Konkurrenten beteiligt.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV