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Badischer Trotzkopf

<p>Nicht alle Unternehmen im Bausektor haben hierzulande Probleme. Die Sto AG entzieht sich der Schw&auml;che der Bauindustrie in Deutschland - dem Auslandsgesch&auml;ft und Umstrukturierungen im Inland sei Dank.</p>

Die Sto AG entzieht sich der Schwäche der Bauindustrie in Deutschland - dem Auslandsgeschäft und Umstrukturierungen im Inland sei Dank.

Von Sascha Grundmann

Der Umstand, dass sich die deutsche Bauindustrie seit längerem in der Krise befindet, hat innerhalb der Branche zum Umdenken geführt: Um die Schwäche des Inlandsgeschäfts aufzufangen, treiben Deutschlands Baukonzerne ihre Expansion ins Ausland immer weiter voran.Das betrifft aber nicht nur die Großen wie Bilfinger Berger und Hochtief (siehe auch der aktionär 05/2005) - kleinere Unternehmen haben die Notwendigkeit, ihr Heil außerhalb Deutschlands zu suchen, mittlerweile ebenfalls erkannt. So etwa die im südbadischen Stühlingen ansässige Sto AG, die am Dienstag vergangener Woche das vorläufige Ergebnis für 2004 bekannt gab. Den Zahlen zufolge steigerte der Spezialist für Fassaden- und Wärmedämm-Verbundsysteme im vergangenen Jahr den Umsatz im Ausland um neun Prozent. Somit stammen nun fast 50 Prozent der Erträge aus dem Geschäft außerhalb Deutschlands.

Auch im Inland läuft's

Doch selbst dem anhaltend schlechten Umfeld hierzulande konnte die Sto AG trotzen. Denn trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen lag der Umsatz in Deutschland nur marginal unter dem des Vorjahres (347 statt 348,7 Millionen Euro). Dass es für Sto so gut läuft, verdankt der Konzern den Akquisitionen der letzten Jahre. Die hatten Synergieeffekte und damit einhergehende Kosteneinsparungen zur Folge, in deren Zuge das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern von 17,5 Millionen (2003) auf rund 26 Millionen Euro im vergangenen Jahr stieg. Der Jahresüberschuss wuchs von 6,6 Millionen auf etwa zehn Millionen Euro.

Sicherheitsfaktoren

"Um die finanziellen Rücklagen für die erwartete Expansion in den kommenden Jahren zu stärken", planen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine unveränderte Dividendenzahlung vorzuschlagen. Bei 0,42 Euro pro Aktie bedeutet das immerhin eine Rendite von über zwei Prozent. Zwar will Sto einen konkreten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr erst auf der Bilanzpressekonferenz Anfang Mai geben - nach den Schätzungen des aktionärs ergibt sich aber derzeit ein günstiges 2005er-KGV von 11. Für die Aktie spricht zudem, dass sie durch den Buchwert nach unten abgesichert ist. Dieser liegt pro Aktie bei 20 Euro, und damit über dem aktuellen Kurs von 18,15 Euro.

Solide Sache

Ein Aktienkurs unterhalb des Buchwertes, ein günstiges KGV und eine solide Dividendenrendite - die Aktie der Sto-Aktie ist eine gute Wahl für konservative Anleger. Diese sollten sich ein erstes Kursziel beim Hoch des Jahres 2001 bei etwa 25,00 Euro setzen.

Nicht nur für Häuslebauer interessant

STO AG

 

ISIN DE0007274136
Kurs am 14.04.2005 18,05€
Empfehlungskurs 17,97€
Ziel 25,00€
Stopp 15,20€
KGV 06e 10
Chance/Risiko 3/2

 

Dieser Artikel ist in Ausgabe #16/05 von DER AKTIONÄR erschienen.

 

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