- DER AKTIONÄR

Badespaß fürs Depot

Der Sanitär- und Keramikspezialist Villeroy& Boch ist auf dem Weg zu alter Stärke - und deutlich günstiger als die Konkurrenten. Auf Jahressicht hat die Aktie noch einiges an Potenzial.

Der Sanitär- und Keramikspezialist Villeroy & Boch ist auf dem Weg zu alter Stärke - und deutlich günstiger als die Konkurrenten. Auf Jahressicht hat die Aktie noch einiges an Potenzial.

Von Markus Horntrich

Aktien aus der Bau- und den baunahen Branchen sind derzeit nicht unbedingt populär. Wen wundert es auch, ein Minus von 1,8 Prozent erwarten Volkswirte 2005 bei den Bauinvestitionen.Vom Markttrend in Deutschland können sich nur diejenigen Unternehmen abkoppeln, die sich frühzeitig auf eine internationale Ausrichtung ihrer Geschäfte fokussiert haben. Dazu zählt zweifelsohne auch die im Saarland ansässige Villeroy & Boch AG. Nur noch etwa 30 Prozent der Umsätze erzielt der Porzellan- und Sanitärhersteller in Deutschland, der Rest wird im Ausland erwirtschaftet.

Turnaround geglückt

Die leeren Geldbörsen der Konsumenten und die zähe Baukonjunktur hatten den Saarländern in den vergangenen Jahren zugesetzt. Im Jahr 2003 musste Villeroy & Boch sogar einen Verlust von 26 Millionen Euro hinnehmen. Im vergangenen Jahr folgte dank der zunehmenden Internationalisierung und der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen bereits der Turnaround - bei Erlösen von 960 Millionen Euro erzielte man einen Gewinn von 16,7 Millionen Euro.

Das Gros der Restrukturierungseffekte wird sich aber erst im laufenden Jahr niederschlagen, da das Jahr 2004 noch durch die Sanierung der Fliesensparte - Villeroy & Boch trennte sich unter anderem vom französischen Fliesenhandelsgeschäft - belastet wurde.

Deutlich unterbewertet

Mittelfristig stehen die Chancen daher gut, dass sich der Nettogewinn des Sanitär- und Keramik-Spezialisten wieder auf einem "normalen" Niveau in einer Größenordnung von etwa 20 Millionen Euro einpendeln wird. Umsatzseitig hat das Management für das laufenden Jahr Erlöse von über 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt, wobei der Gewinn etwas über dem Vorjahresniveau bei 0,64 Euro je Vorzugsaktie liegen sollte.

Lohnenswert erscheint ein Blick auf die Wettbewerber Geberit und Keramag, die, bezogen auf das KGV für 2006, um fast 30 Prozent höher bewertet sind. Im Vergleich der KUVs wird die Unterbewertung noch deutlicher: Während die Konkurrenten im Schnitt mit dem 1,9fachen Umsatz an der Börse taxiert werden, gesteht der Markt Villeroy & Boch lediglich ein KUV von 0,3 zu.

Gut abgesichert

Villeroy & Boch befindet sich auf dem besten Weg zu alter Stärke. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis der Markt den Discount der unter Buchwert notierenden Aktie egalisiert. Auf Jahressicht sind Kurse von 14 Euro denkbar, wobei das Papier durch das am 2. Juni beschlossene Aktienrückkaufprogramm gut nach unten abgesichert ist.

Villeroy & Boch

 

ISIN DE0007657231
Kurs am 08.07.2005 11,49€
Empfehlungskurs 11,05€
Ziel 14,00€
Stopp 8,40€
KGV 06e 11
Chance/Risiko 3/2

Artikel aus DER AKTIONÄR (28/05).

 

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