Agor
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Back to the black

An sich ist die Aluminiumgewinnung ein relativ kostengünstiges Verfahren, würde es nicht ungeheure Mengen an Energie verbrauchen. Hohe Rohstoffpreise verteuern somit das Endprodukt deutlich. Eine billigere Alternative ist das Sekundäraluminium, das aus sogenannten Aluminiumsalzschlacken gewonnen wird. Jährlich landen rund 200.000 Tonnen davon auf Sondermülldeponien, denn das Material ist für die Umwelt hoch belastend.

Agor hat sich auf die Aufbereitung von Aluminiumsalzschlacken spezialisiert. Ein lukratives Geschäft – das jüngste Zahlenwerk beweist es.

An sich ist die Aluminiumgewinnung ein relativ kostengünstiges Verfahren, würde es nicht ungeheure Mengen an Energie verbrauchen. Hohe Rohstoffpreise verteuern somit das Endprodukt deutlich. Eine billigere Alternative ist das Sekundäraluminium, das aus sogenannten Aluminiumsalzschlacken gewonnen wird. Jährlich landen rund 200.000 Tonnen davon auf Sondermülldeponien, denn das Material ist für die Umwelt hoch belastend.

Agor bietet die Lösung

Allerdings stecken in der Aluminiumsalzschlacke wertvolle Materialien. Agor – das Unternehmen ist aus der ehemaligen B.U.S. Berzelius Umwelt-Service AG hervorgegangen – führt diese wieder in den industriellen Materialkreislauf zurück, indem das Material aufbereitet wird und die darin enthaltenen Stoffe recycelt werden. Agor stellt aus den einzelnen Substanzen zudem wertvolle Grundstoffe her. In Deutschland hat das Unternehmen bereits zwei Salzschlackeanlagen im Einsatz. Eine dritte soll noch in diesem Jahr fertig gestellt werden und im kommenden Jahr einen signifikanten Ergebnisbeitrag liefern. Allerdings wird sie wegen möglicher Anlaufverluste im Geschäftsjahr 2006 noch zu Belastungen führen.

International erfolgreich

Dennoch befindet sich Agor auf dem richtigen Weg: Im ersten Halbjahr 2006 konnte der Turnaround auf operativer Ebene erzielt werden. Das EBIT legte von minus drei Millionen Euro im ersten Halbjahr 2005 auf nunmehr 0,76 Millionen Euro zu. Der Umsatz blieb mit 24,3 Millionen Euro auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreswertes. Durch den konstanten Schuldenabbau von 220 auf aktuell 50 Millionen Euro stieg die Eigenkapitalquote auf 31 Prozent. Agor ist auch auf internationaler Ebene erfolgreich. In Kanada hat das Unternehmen erst kürzlich die Restrukturierung eines Aluminiumschmelzwerkes vollzogen. Künftige Expansionsziele konzentrieren sich vor allem auf den US-amerikanischen Markt. Dort will man bereits im zweiten Halbjahr 2007 mit dem Bau einer ersten Anlage beginnen.

Spekulativ interessant

Der operative Turnaround im ersten Halbjahr zeigt, dass Agors Restrukturierung erfolgreich war. Gerade in Zeiten hoher Rohstoffpreise dürfte das Geschäft mit Sekundäraluminium blühen. Sollte Agor seine ehrgeizigen Zeile erreichen, ist die Aktie mit einem geschätzten 2007er-KGV von 12 eine Spekulation wert.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 43/2006.

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