B+S Banksysteme
von Markus Horntrich - Chefredakteur

B+S Banksysteme: "Wir werden noch einiges in die Auftragsbücher bekommen"

Nachdem die B+S Banksysteme AG das ursprünglich anvisierte Gewinnziel im laufenden Jahr nicht schafft, ist der Kurs des Nebenwertes um mehr als zwölf Prozent eingebrochen. DER AKTIONÄR hat bei Vorstandschef Wilhelm Berger nach den Hintergründen gefragt.

Noch im Januar 2011 hat Wilhelm Berger, Vorstand der B+S Banksysteme AG, im Interview mit dem AKTIONÄR für das laufende Geschäftsjahr 2010/11 (30.06.) einen Gewinn je Aktie von von 20 bis 26 Cent in Aussicht gestellt. Nun wird es jedoch nur eine schwarze Null, was an der Börse mit einem Kursrückgang von mehr als zwölf Prozent quittiert wurde. DER AKTIONÄR wollte vom Vorstandschef und Hauptaktionär wissen, ob die Vorzeichen tatsächlich so düster sind.

DER AKTIONÄR: Herr Berger, was ist im dritten Quartal Ihres Geschäftsjahres schiefgelaufen?

Wilhelm Berger: Im Grunde genommen ist nichts schief gelaufen. Wir haben alle unsere Bestandsumsätze und das geplante Add On- und Neugeschäft realisieren können. Was uns zur ursprünglichen Zielerreichung fehlt, sind die geplanten Erlöse in Höhe von zwei Millionen Euro aus den Partnergeschäften, von denen wir optimistisch sind, dass wir diese zeitnah realisieren können. Sie sollten wissen, dass diese Verzögerungen nicht von uns verschuldet sind.

Sie sagen in der Meldung, dass Sie kurzfristige Kundenanzahlungen von 1,7 Millionen Euro per 31. März hatten, die noch nicht ertragswirksam werden konnten. Sind die auch vollständig abgegrenzt worden und können Sie diese Anzahlungen bis zum 30. Juni ergebniswirksam verbuchen ?

Wir haben in unserer Zwischenmitteilung über einen Bestand an „sonstigen, kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten" in Höhe von 4,186 Millionen Euro berichtet. Hierin sind unter anderem bereits erhaltene Kundenzahlungen in Höhe von circa 2,7 Millionen Euro enthalten, die noch nicht in den Umsatzerlös einfließen konnten. Wie Sie wissen handelt es sich dabei hauptsächlich um die jeweils im Januar  fakturierten Jahreswartungsrechnungen, die periodengerecht abgegrenzt werden müssen.

Ist Ihre Prognose, dass Sie im laufenden Jahr nur ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen werden, nicht etwas zu tief gestapelt?

Möglicherweise ja. Wir werden bis zum Geschäftsjahresende noch einiges in die Auftragsbücher bekommen. Über die Höhe dessen, was wir auf Grund von Vorleistungen in den Erlös nehmen können, kann erst nach Auftragseingang entschieden werden.

Haben Sie neue Kunden im laufenden Geschäftsjahr akquirieren können, nachdem B+S noch auf dem Kundentag im März eine gute Resonanz verbuchen konnte?

Wir haben laufend neue Projekte dazu gewonnen, was ja auch aus unserer sehr guten Liquiditätslage ersichtlich ist. Beim Großteil dieser Projekte handelt es sich um ASP-Aufträge, aus denen die Umsatzerlöse verteilt über fünf Jahre und länger anfallen. Wir können mittlerweile auf ein Bestandsgeschäft verweisen, das rund zwei Drittel unseres Umsatzes umfasst. Das heißt wir haben jeweils schon zu Beginn des Geschäftsjahres die Fixkosten über vorhandene Wartungs- und ASP-Verträge abgedeckt und verfügen damit, auch im Branchenvergleich gesehen, über ein stabiles, nachhaltiges Geschäftsmodell. Dieses Modell werden wir weiter ausbauen und damit langfristige, abgesicherte Umsatzzuwächse erzielen.

Wenn Sie die Marktstellung der B+S mit der vor ein oder zwei Jahren vergleichen, in welchem Umfang hat Ihre Gesellschaft da zulegen können ?

Die Spezialisierung auf unsere 5 Produktbereiche als Nischen- oder Ergänzungsprodukte für alle Kernbanksysteme und Gemeinschaftsrechenzentren hat sich auf jeden Fall ausgezahlt.

Gerade für die Produktlinie „Elektronik Banking" der ehemaligen DataDesign haben wir den vollen turn a round  geschafft .

Von den anderen Produktbereichen ist momentan der Zahlungsverkehr besonders hervor zu heben. Aber auch in den Bereichen Risikomanagement und Treasury & Trading  gehen wir davon aus, dass wir in  den nächsten Wochen weitere Erfolge melden können.

Können Sie Ihr Versprechen, zum Geschäftsjahresende 40 Prozent Eigenkapitalquote zu haben, einhalten und wenn ja warum? Am Markt gab es zuweilen Gerüchte, wonach B+S die Kapitalgarantie der beiden Bürgen Berger und Schier einfordern würde, ist hier etwas Wahres dran?

Wir haben derzeit eine Eigenkapitalquote von rund 25 Prozent. In unseren Gremien sind jetzt Beschlüsse gefasst worden, deren Umsetzung die Zielmarke von 40 % auf Basis der Zahlen der März-Bilanz erreichen lässt.

Welche Erwartungen haben Sie für das kommende Geschäftsjahr, da ja in knapp fünf Wochen beginnt ?

Ich möchte hier nochmals auf das vorher Gesagte kommen und auf unser nachhaltiges Geschäftsmodell verweisen. Produktbezogen haben wir uns bei allen unseren Partnern (Kernbankhersteller und Gemeinschaftsrechenzentren) mit unseren Spezialprodukten etabliert und sehen hier ergänzend zu den direkten Vertriebswegen eine Hebelwirkung. Die gesunde finanzielle Basis, die wie gesagt heute bereits zwei Drittel unseres Umsatzes umfasst, sichert die Investments sowohl für Kunden als auch für die Anteilseigner langfristig ab.

Herr Berger, besten Dank für das Gespräch.

| Werner Sperber | 0 Kommentare

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