Advanced Vision Tech
- Werner Sperber - Redakteur

AVT und Nordex im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau II

Zukunftswerte freut sich über den Dividendenabschlag und die Korrektur bei Advanced Vision Technology. Die Euro am Sonntag erkennt viele Risiken bei einer Anlage in Nordex, allerdings auch viele Chancen. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau (Aus gegebenem Anlass: Die folgenden Texte sind von den jeweils genannten Publikationen übernommen und üblicherweise Sinn wahrend gekürzt und verständlicher formuliert. Anmerkungen der Börsenwelt-Redaktion stehen ausschließlich in Klammern und sind mit dem Vorsatz in der Klammer "Anmerkung der Redaktion" gekennzeichnet. Eine Presseschau gibt Texte anderer Presseorgane wieder, ohne deren Sinn zu verändern.): Die Experten von Zukunftswerte haben mit Nadav Yassour, Finanzvorstand von Advanced Vision Technology (AVT) ein Interview geführt. Als Schlussfolgerung kommen sie zu dem Rat, die Aktie des israelischen Unternehmens für weniger als sechs Euro zu kaufen. Der "faire Wert" der Aktie beträgt 9,50 Euro. Yassour sagte zwar wenig bezüglich des jüngsten Geschäftsverlaufs und er hielt sich allgemein bedeckt. Allerdings erwartet er, die Gewinnspanne beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von elf Prozent im vergangenen Jahr weiter zu steigern. Die Experten schätzen, dass diese EBIT-Marge auf zwölf bis 13 erhöht werden kann, wenn auch die Umsätze steigen. Wenn diese Spanne auf 12,5 Prozent erhöht würde, legte das EBIT bei einem Umsatzanstieg auf 50 Millionen Euro um fast 20 Prozent auf 6,25 Millionen Euro zu. Das KGV beliefe sich dann auf 8, wenn der hohe Bestand an flüssigen Mitteln des Konzerns abgezogen würde, sänke das derart bereinigte KGV auf 4. Das Verhältnis zwischen dem Enterprise Value (EV, also dem Unternehmenswert, bestehend aus dem ausgewiesenen  Eigenkapital zuzüglich der Nettoschulden) und dem EBIT, also das EV/EBIT würde dann nur 3,6 betragen. Damit wäre die Aktie krass unterbewertet. Der "faire Wert" der Aktie wäre dann zehn bis zwölf Euro. Wenn die von Yassour angekündigte Steigerung der Profitabilität zutrifft, müsste der Umsatz also kaum zulegen, um eine Kursverdopplung der Aktie zu ermöglichen, ohne, dass diese überbewertet wäre. Die Experten schätzen etwas vorsichtiger, erhöhen ihr Kursziel allerdings auch wegen der höheren Bewertung der Konkurrenz dennoch von 9,20 auf 9,50 Euro.

Die Euro am Sonntag: "Die neue Strategie wirkt"    

Die jüngst vorgelegten Zahlen von Nordex für das vergangene Jahr sowie die Ziele des Vorstands für das laufende Jahr haben die Anleger begeistert, wie sich an dem anschließenden starken Kursanstieg ableiten lässt. Die Aktionäre hoffen nach den jahrelangen Problemen, Verlusten und Fehlentscheidungen auf die Trendwende, die mit Dr. Jürgen Zeschky kommen soll. Der Techniker auf dem Stuhl des Vorstandsvorsitzenden räumt seit seinem Antritt im März vergangenen Jahres im Konzern auf. Er hat das kapitalintensive Geschäft mit Windparks auf dem Meer (Offshore) geschlossen, weil kein Partner gefunden wurde und konzentriert sich auf wenige, qualitativ ausgezeichnete Anlagen, die für die Ausstattung neuer Windparks an land (Onshore) und den Ersatz alter Windkraftanlagen geeignet sind. Dr. Zeschky schließt auch ein viel zu niedrig ausgelastetes Werk in der Volksrepublik China und verkleinert eine ebenfalls viel zu große Fabrik in den USA. China schottet sich gegen ausländische Anbieter quasi ab. Nordex sucht deshalb einen chinesischen Partner, schließlich ist dieser Markt neben dem US-amerikanischen der weltgrößte für Windkrafträder. Für solche Maßnahmen bilanzierte Nordex im vergangenen Jahr einen Sonderaufwand von 75 Millionen Euro. Deshalb verbuchte der Konzern bei einem Umsatz von 1,08 Milliarden Euro einen Verlust von 94 Millionen Euro. Doch das operative Geschäft läuft vor allem in Europa und Südafrika. Dr. Zeschky rechnet nicht mit weiteren Sonderbelastungen. Sei Ziele für dieses Jahr sind bis zu 1,3 Milliarden Euro an Erlösen bei einer Brutto-Gewinnspanne von zwei bis drei Prozent. Die Experten der Euro am Sonntag verweisen auf den Auftragsbestand von 1,27 Milliarden Euro und schreiben: Die neue Strategie wirkt. Bestätigt sich der positive Trend, hat der Aktienkurs viel Potenzial. Das Kursziel für risikobereite Anleger beträgt 5,50 Euro und der Stoppkurs sollte bei 3,60 Euro gesetzt werden.        

Änderungen in Musterdepots der Euro am Sonntag:

Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, möchte seine 610 Zertifikate (WKN 703 683) auf den italienischen Index FTSE/MIB wohl mit leichtem Verlust und seine 2.240 Anteile von Phoenix Solar anscheinend mit Gewinn ausbuchen. Dafür möchte er 160 Bonus-Zertifikate (WKN UA0 1PR) auf HeidelbergCement sowie 830 Inline-Optionsscheine (WKN SG3 WQP) auf den DAX einbuchen.

Jens Castner, zuständig für das defensiv orientierte Musterdepot, hat für seine 50 Genussscheine von Roche 193,64 Euro an Ausschüttung des Pharmakonzerns eingebucht.

Sven Parplies, Betreuter des Momentum-Musterportfolios, hat nach rein mathematischen Vorgaben auf Basis der "Relativen Stärke nach Levy (RSL)" seine 2.883 Anteile von Sky Deutschland mit Gewinn und seine 105 Vorzugsaktien von Drägerwerk wohl mit Verlust ausgebucht. Dafür hat er 522 Aktien von Symantec zu 19,11 Euro und 1.417 Titel von Micron Technology zu 7,04 Euro eingebucht.

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