DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX-Ausblick: Commerzbank, BMW, Deutsche Telekom - das bringt die neue Woche

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt erwartet eine spannende Woche. "Mit der laufenden Quartalsberichterstattung sowie der Entwicklung in China im Fokus und auch wichtigen Konjunkturdaten aus Europa und den USA fährt die neue Woche alles auf, was sich die Börsianer derzeit erhoffen können", sagte Portfoliomanager Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel.

Das dürfte vor allem einige Einzelwerte wieder heftig schwanken lassen. Denn die Handelsumsätze am Markt schrumpften etwas zusammen, die Ferienzeit werde spürbar. Das überzeichne wiederum die Kursausschläge bei einigen Aktien mit geringerer Liquidität. Der Gesamtmarkt verbleibe aber in einer Konsolidierungsphase und dürfte keinen neuen Trend einschlagen, so de Schutter.

Quartalsberichte im Fokus

In Deutschland erwartete die Anleger nun die zweite heftige Woche der heimischen Berichtssaison und auch in den USA sei in etwa der Mittelpunkt erreicht, so de Schutter. Dabei seien bisher die Zahlen überwiegend gut ausgefallen. Es sei aber auch bemerkenswert, dass Anleger zuletzt jeden kleinen Kritikpunkt nutzten, um gerade die vor den Zahlen gut gelaufenen Aktien hinterher abzustrafen.

Dem Quartalsbericht der Commerzbank am Montag folgen alleine aus dem Leitindex DAX am Dienstag BMW und Continental aus dem Automobilsektor, sowie im weiteren Wochenverlauf der Nivea-Hersteller Beiersdorf. Besonders vollgepackt ist die Agenda aber wieder am Donnerstag: Mit Deutsche Telekom und der Post, dem Rückversicherer Munich Re und dem Sportartikelhersteller Adidas stehen alleine vier Quartalsberichte aus der ersten deutschen Börsenliga an. Zudem warten in der Woche zahlreiche Unternehmen aus dem MDAX und dem TecDAX mit ihren Quartalsberichten auf.

Spannung am Freitag: US-Arbeitsmarktbericht

Mit dem Blick auf die wichtigsten Konjunkturdaten in der neuen Woche hebt Chefvolkswirt Ulrich Kater von der Dekabank den am Freitag erwarteten US-Arbeitsmarktbericht für Juli hervor. Die Notenbank Federal Reserve habe bei ihrem letzten Zinsentscheid angedeutet, dass für die Leitzinswende nach oben nur noch etwas Verbesserung am Arbeitsmarkt notwendig sei. De Schutter pflichtet bei und beobachtet vor allem die Lohnentwicklung in den USA als wichtige Komponente.

Wichtig findet Kater auch die Tagung der Bank von England. Hier seien zuletzt erste Stimmen für eine Leitzinserhöhung im August laut geworden. Notenbankgouverneur Mark Carney visiert der Dekabank zufolge den ersten Zinsschritt aber eher am Jahresende an. Bei den Einkaufsmanagerdaten aus Europa dürften am Montag und Mittwoch die bereits bekannt gegebenen Schnellschätzungen bestätigt werden, schrieben die Volkswirte der Großbank HSBC in ihrem Ausblick. Aus ihrer Sicht bemerkenswert: Die Debatten um die Zukunft von Griechenland hätten in den Unternehmen keine tieferen Bremsspuren hinterlassen.

Argusaugen auf China

Zudem verfolgen viele Marktteilnehmer die Entwicklung in China weiter mit Argusaugen. De Schutter erwartet auch eine Weichenstellung, wie es an den zuletzt in heftige Turbulenzen geratenen Börsen weitergehen soll. Ein anderer Börsianer fasste zusammen: "China belastet zwar noch etwas, die große Unsicherheit kommt aber von Seiten der US-Notenbankpolitik. Bis zum September-Treffen der Fed dürften alle Daten zur Preis- und Arbeitsmarktentwicklung auf die Goldwaage gelegt werden."


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