Solar Millennium
- Alfred Maydorn - Redakteur

AUS für Solar Millennium - oder gibt es noch Hoffnung?

Solar Millennium hat am Mittwoch Insolvenz beantragen müssen. Für Marktteilnehmer kam dieser Schritt nicht überraschend, in den vergangenen Monaten veröffentlichte das Solarunternehmen Horrormeldungen in Serie. Ist die Pleite endgültig oder gibt es für Anleger wenigstens noch ein Fünkchen Hoffnung?

Der wirtschaftlich seit Monaten stark angeschlagene Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium hat am Mittwoch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Solar Millennium begründete den Schritt damit, dass ein wichtiger Vertrag über den Verkauf der US-Projektpipeline verschoben werden musste. Einzelne Bedingungen für die Wirksamkeit der Absprachen seien nicht eingetreten.

Chaotische Firmenhistorie

Schwerwiegender wiegt indes, dass Höhe und Zeitpunkt der Zahlungsflüsse noch nicht verbindlich bestätigt wurden. Aber auch die Finanzierung eines wichtigen Projektes in Spanien sei gefährdet. Es sei nicht gelungen, Investoren zu finden.

Das Amtsgericht Fürth hat jetzt den Insolvenzverwalter Volker Böhm bestellt, um sich ein Bild vom Unternehmen zu machen und zu prüfen, ob eine Fortführung der Geschäfte möglich ist. Voraussetzung hierfür sind allerdings neue Geldgeber. Und die zu bekommen, dürfte in Anbetracht der zum Teil chaotischen Firmenhistorie schwierig werden. Immer wieder hat Solar Millennium mit Negativ-Schlagzeilen aufhorchen lassen.

Die falsche Technologie?

Darüber hinaus ist die Solarthermie-Technologie von Solar Millennium wirtschaftlich zumindest fraglich. Das hatte der Konzern selbst erkannt und im August ein Großprojekt von Solarthermie auf Fotovoltaik umgestellt. Durch den starken Preisverfall bei Fotovoltaik-Modulen ist die Solarthermie einfach nicht mehr konkurrenzfähig.

Solar-Soap ohne Happy-End

Pleiten, Pech, Pannen und eine nicht konkurrenzfähige Technologie. Vor diesem Hintergrund erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass Solar Millennium aus der Insolvenz herauskommen kann. Die Anleger haben mit ihrem Investment viel Geld verloren, die Medien müssen nun lediglich auf eine amüsante und spannende Solar-Soap verzichten, dessen letztes Kapitel sich wohl eher traurig gestalten wird. Die Aktie steuert der Null-Linie entgegen, rund 60 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

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