Aurora Cannabis
- Marion Schlegel - Redakteurin

Aurora Cannabis knickt nach Q2-Zahlen ein – was nun?

Die Aktie von Aurora Cannabis hat von den in der Nacht von Montag auf Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen keine positiven Impulse erhalten. Im Gegenteil: Am frühen Morgen verlor das Papier zeitweise rund sieben Prozent. Von den starken Verlusten konnte sich das Papier zwar relativ schnell wieder erholen. Derzeit notiert die Aktie aber nach wie rund fünf Prozent im Minus. Was ist der Grund?

Aurora hat im abgelaufenen zweiten Quartal (per 31. Dezember 2018) einen deutlichen Umsatzsprung auf 54,2 Millionen Kanadische Dollar (CAD) verbuchen können. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 kletterte der Umsatz damit um 84 Prozent, im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal sogar um 363 Prozent – eine starke Entwicklung. Allerdings zeigten sich die Marktteilnehmer von der Entwicklung der Marge enttäuscht. Zudem musste Aurora einen Verlust von 238 Millionen CAD ausweisen, nachdem sowohl im ersten Quartal 2019 also auch im Vorjahresquartal noch ein Gewinn erzielt werden konnte. Dies war allerdings bereits im Zuge der jüngsten Investitionen erwartet worden. Aurora bestätige gleichzeitig das Ziel, im vierten Quartal einen bereinigten Gewinn auszuweisen.

Quelle: Aurora Cannabis

Marge deutlich gesunken

Doch nun ein Blick auf die Marge. Diese sank auf 54 Prozent. Im Vorquartal konnte noch ein Wert von 70 Prozent, im entsprechenden Vorjahreszeitraum von 63 Prozent erzielt werden. Aurora führt den Rückgang hauptsächlich auf einen niedrigeren durchschnittlichen Verkaufspreis pro Gramm getrocknetem Cannabis, die Auswirkungen der Verbrauchsteuern auf die Nettoeinnahmen von medizinischem Cannabis und einen vorübergehend niedrigeren Anteil von Cannabis-Ölverkäufen im Verhältnis des Umsatzes des Unternehmens zurück. Zudem wirkten sich auch einmalige Anlauf- und Optimierungskosten aus, da das Sky-Werk von Aurora zur vollen Produktion gebracht wurde. Aurora gibt sich aber optimistisch, dass sich die Marge wieder verbessern wird – auch im Hinblick auf die Markteinführung neuer derivativer Produktlinien, die nach den Vorschriften von Health Canada zugelassen wurden.

200-Tage-Linie im Fokus

Dass es zu einem Rückgang der Marge kommen würde, war zu erwarten. Allerdings hätte man sich dennoch einen etwas moderateren Rückgang gewünscht. Insgesamt sind die jüngsten Zahlen allerdings keine große Überraschung. Wichtig ist die langfristige Positionierung. Und hier hat sich Aurora mit hohen Investitionen gut in Stellung gebracht. Dies dürfte sich in den kommenden Monaten insbesondere bei der Produktionskapazität positiv bemerkbar machen. Langfristig bleibt das Papier deswegen neben Canopy Growth einer der Branchenfavoriten des AKTIONÄR. Aus charttechnischer Sicht sollten Anleger allerdings die 200-Tage-Linie genau im Auge behalten. Diese gilt es zu verteidigen. Ein Rutsch darunter würde das Chartbild deutlich eintrüben. Ein Kaufsignal hingegen würde der nachhaltige Sprung über das Novemberhoch 2018 bringen. Kaufinteressenten warten dieses ab.

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