- DER AKTIONÄR

Aufstieg in die 1. Liga

Gerling profitiert von Übernahmegerüchten und bekommt zusätzlichen Rückenwind durch eine verbesserte Bonitätseinstufung von Standard and Poor's. Für Anleger bietet sich hier eine interessante Einstiegsgelegenheit.

Gerling profitiert von Übernahmegerüchten und bekommt zusätzlichen Rückenwind durch eine verbesserte Bonitätseinstufung von Standard and Poor's.

Von Florian Söllner

Aufstieg. Der ab sofort von Gerling gesponserte 1. FC Köln hat den Sprung in die höchste Fußballliga geschafft. Und auch der Versicherungskonzern selbst spielt mit dem Ende Juni erlangten A-Minus-Rating wieder ganz oben mit. Mit der verbesserten Bonitäts-Einstufung durch Standard & Poor's fällt für den Versicherungskonzern ab sofort ein deutlicher Wettbewerbsnachteil weg.Da bisher die Konkurrenz das schlechtere Rating (BBB+) beim Kundenfang als Argument gegen Gerling eingesetzt hatte, ist das Aufatmen der Gerling-Konzern Allgemeine (GKA) verständlich: "In Märkten wie Großbritannien und der Schweiz, in denen das Rating besonders wichtig ist, verbessert sich die Wettbewerbsposition der GKA deutlich", so der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Breuer. Besonders im Industrie-Versicherungs-Geschäft legen Kunden auf eine Bonität im A-Bereich großen Wert. Und von dem im Jahr 2004 erwirtschafteten Prämienvolumen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro entfielen immerhin zwei Drittel auf Industrieunternehmen.

Starkes Wachstum

Die Gründe für das neue Rating sind neben der hohen Eigenkapitalausstattung und einer "guten langfristigen Wettbewerbsposition" insbesondere die verbesserte Ergebnissituation. Nachdem bereits 2004 das Konzernjahresergebnis um 14 Prozent auf 92 Millionen Euro gesteigert wurde, geht die positive Entwicklung weiter: Dem Gesamtkonzern-Chef Björn Jansli zufolge sind auch für 2005 steigende Einnahmen zu erwarten.

Übernahmefantasie

Zudem sorgte Jansli Mitte Juni für ein Wiederauflodern der Übernahmefantasie: "Wir sind ein völlig normales Unternehmen, das sich mit völlig normalen Investoren unterhält". Gerüchten zufolge hat vor allem Cerberus Interesse an Gerling. Schon im April soll der US-Finanzinvestor einen Blick in die Bücher der Kölner geworfen haben. Offen ist, ob die Dach-Holding, die Gerling-Beteiligungs-GmbH, oder die Haupttochter, die GKA, direkt veräußert werden soll. Derzeit liegt die Marktkapitalisierung der GKA bei 865,4 Millionen Euro und damit lediglich in Höhe des Buchwertes. Das 2006er-KGV von 9 ist wohl keine Bewertung, zu welcher der Mehrheitsaktionär Rolf Gerling verkaufen wird. Das nun erhaltende A-Rating hat den Unternehmenswert der Gerling-Konzern Allgemeine AG noch einmal gesteigert und beweist, dass die vor drei Jahren durch eine verfehlte US-Expansion entstandene Krise ausgestanden ist. Nicht zu unterschätzen sind zudem die Übernahmegerüchte. Kurse unter vier Euro sind Kaufkurse.

Gerling

 

ISIN DE0008418922
Kurs am 01.07.2005 4,10 €
Empfehlungskurs 3,85 €
Ziel 5,80 €
Stopp 2,40 €
KGV 06e 9
Chance/Risiko 4/3

 

Aus DER AKTIONÄR Ausgabe 27/05

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