- DER AKTIONÄR

Aufsteiger in Gelb

Im derzeitigen niedrigen Zinsumfeld bietet die Deutsche Postbank dem konservativen Investor über strukturierte Anleihen interessante Zinsalternativen.

Im derzeitigen niedrigen Zinsumfeld bietet die Deutsche Postbank dem konservativen Investor über strukturierte Anleihen interessante Zinsalternativen.

Von Hubert Brehm

Noch vor einem Jahr war viel Skepsis zu spüren, als die Deutsche Postbank den Sprung an den Kapitalmarkt gewagte. Im Vorfeld des größten deutschen Börsengangs seit drei Jahren wurde aufgrund lauter Kritik seitens der Fonds die Preisspanne gesenkt. Nach einem Jahr kann das IPO rückblickend durchaus als erfolgreich bewertet werden.

Mit seinen 12,1 Millionen aktiven Kunden ist die Postbank die größte Privatkundenbank in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr haben sich mehr als 890.0000 neue Kunden für die Postbank entschieden. Innerhalb der letzten fünf Jahren hat sich die Tochter der Deutschen Post zu einer modernen Vollbank entwickelt, die nicht nur über das größte Filialnetz Deutschlands verfügt, sondern auch alternative Kundenzugänge, wie zum Beispiel Telefon- oder Onlinebanking, Drittvertrieb oder Mobilen Vertrieb anbietet.

Mit der geplanten Übernahme der BHW-Bausparkasse, welche schon im dritten Quartal über die Bühne gehen könnte, würde Deutschlands größte Filialbank die zweitgrößte Bausparkasse des Landes erwerben. Mit dieser Akquisition könnte die Deutsche Postbank ihre Marktposition weiter stärken.

Neue Anleihe

Die Postbank hat im Mai ihre dritte nachrangige Anleihe innerhalb von acht Monaten am Kapitalmarkt platziert und ihre Kasse für die geplante Übernahme der Bausparkasse BHW damit weiter aufgefüllt. Die strukturierte Anleihe bietet in den ersten drei Jahren einen attraktiven Kupon von sieben Prozent.

In den darauf folgenden Jahren errechnet sich der variable Zinssatz über den 10-Jahres-Swapsatz plus 12,5 Basispunkte. Ausgehend vom aktuellen Swapsatz von 3,31 Prozent würde dies einen Kupon von 3,435 Prozent ergeben. Die maximale jährliche Zinszahlung ist auf acht Prozent beschränkt. Die Deutsche Postbank hat bei dieser Anleihe ohne Laufzeit ab Juni 2011 ein jährliches Kündigungsrecht.

Alternative

Das Vorgängermodell erscheint gegenüber der neuen Anleihe jedoch interessanter. Zwar ist der Kupon in den ersten Jahren mit sechs Prozent geringer, jedoch ist diese feste Zinszahlung um ein Jahr länger (2009). Daneben sind die anschließenden variablen Zinszahlungen aussichtsreicher. Ab 2010 erhält der Anleger die vierfache Differenz zwischen 10-Jahres- und dem 2-Jahres-Swapsatz. Diese Abweichung hat sich in den letzten vier Jahren zwischen 0,63 und 1,80 Prozent bewegt - im Durchschnitt lag sie bei 1,31 Prozent.

Einschränkungen sind auch bei dieser Anleihe vorhanden. Dabei ist nicht nur der maximale Zinssatz auf zehn Prozent beschränkt, sondern es wurde auch ein minimaler Kupon von 3,75 Prozent festgelegt. Ein Kündigungsrecht besteht bei dieser Anleihe ab Dezember 2009.

Zeitraum entscheidend

Für Investoren, die in den kommenden drei Jahren eine attraktive Verzinsung suchen, ist die neue Anleihe (ISIN DE000A0D24Z1) der Deutschen Postbank angesichts eines Kupons von sieben Prozent ein attraktives Investment. Anleger mit einem längeren Anlagehorizont finden im Vorgängermodell (ISIN DE000A0DHUM0) eine bessere Alternative.

Es handelt sich dabei zwar um nachrangige Anleihen, jedoch ist die Gefahr einer Liquidation oder Insolvenz sehr gering. Die Ratingagentur Moody's stuft die zuletzt genannte Anleihe mit A3 (gute Qualität) ein.

Artikel aus DER AKTIONÄR (26/05).

 

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