- DER AKTIONÄR

Auf nach Hongkong!

Die neue Regelung hat auf den chinesischen Börsen für Furore gesorgt: Ende August hat die chinesische Regierung erlaubt, dass Privatanleger aus Festlandchina in Aktien investieren, die an der Börse Hongkong gelistet sind. Der Hongkonger Aktienmarkt dreht auf – und hält trotzdem noch Kaufgelegenheiten bereit.

Die Lockerung des Kapitalverkehrs in China zeigt erste Wirkung. Der Hongkonger Aktienmarkt dreht auf - und hält trotzdem noch Kaufgelegenheiten bereit.

Die neue Regelung hat auf den chinesischen Börsen für Furore gesorgt: Ende August hat die chinesische Regierung erlaubt, dass Privatanleger aus Festlandchina in Aktien investieren, die an der Börse Hongkong gelistet sind. Bislang standen ihnen allein Festlandbörsen wie Schanghai und Shen-zhen offen. Die Lockerung des Kapitalverkehrs soll vor allem für einen Abfluss von Geldern aus den überhitzten Festlandmärkten sorgen. Börsianer rechnen nun mit einem Run auf Hongkong-Titel, etwa auf Aktien von Unternehmen aus Festlandchina, die in Hongkong gelistet sind. Diese Titel sind den Anlegern vom Festland am ehesten bekannt und zudem an der Börse Hongkong oft günstiger bewertet als in Schanghai oder Shenzhen. Auch bei Firmen mit Sitz in Hongkong, an denen Festlandchina große Aktienpakete hält, erwarten Marktbeobachter einen kräftigen Nachfrageschub.

Neue Höchststände

Die Neuigkeiten haben den Hongkonger Aktienindizes bereits zu neuen Rekorden verholfen - das Leitbarometer Hang Seng etwa stieg erstmals auf mehr als 28.000 Punkte. Bei ausgewählten Titeln können Anleger hierzulande trotzdem noch einsteigen, etwa bei Shenzhen Investment. Das Hongkonger Unternehmen ist vorwiegend auf dem südchinesischen Festland als Landentwickler und Bauträger aktiv. Rund 46 Prozent der Anteile hält die dortige Stadt Shenzhen, was den Anbieter zu einem reinrassigen Red Chip macht. Allein die fortschreitende Verstädterung Chinas gibt dem Unternehmen für die nächsten Jahre große Marktchancen. Bis Ende 2008 zum Beispiel will Shenzhen Investment 1,4 Millionen Quadratmeter Land erschlossen haben. Mitte 2007 waren es rund 550.000 Quadratmeter. Analysten rechnen bis Ende 2009 mit einem Plus beim Nettogewinn von 60 Prozent auf umgerechnet 219 Millionen Euro.

Da geht noch was

Auch wenn die Börse Hongkong deutlich zugelegt hat, sind allein wegen des zu erwartenden Nachfragebooms von Festlandchinesen noch deutliche Kursanstiege drin. Hierzulande dürften Anleger mit Shenzhen Investment für den spekulativen Depotteil gut fahren. Auch bei dem in der vorigen Ausgabe vorgestellten Red Chip Lenovo können Anleger noch zugreifen. Frühere AKTIONÄRS-Empfehlungen wie China Mobile (plus 178 Prozent seit März 2006) und Guangzhou R&F Properties (plus 219 Prozent seit August 2006) sind derzeit Haltepositionen.

 

Hintergrund-Info: Chinesisches Aktien-Alphabet


A-Shares
Aktien von Unternehmen aus Festlandchina, die in Schanghai und Shenzhen gelistet sind und in Chinesischen Renminbi gehandelt werden. Vor allem Festlandchinesen und sogenannte qualifizierte Investoren können diese Titel kaufen.

B-Shares
Aktien von Unternehmen aus Festlandchina, die in Schanghai und Shenzhen notiert sind und vorwiegend für internationale Anleger und Investoren zugänglich sind. Handelswährung in Shanghai ist US-Dollar, in Shenzhen Hongkong-Dollar.

H-Shares
Aktien von Unternehmen aus Festlandchina, die in Hongkong gelistet sind und in Hongkong-Dollar gehandelt werden. Diese Aktien können nun auch Festlandchinesen kaufen.

Red Chips
Aktien von Unternehmen aus Hongkong, die dort in Hongkong-Dollar gehandelt werden und deren Anteile zu mindestens 30 Prozent in festlandchinesischem Besitz sind. Diese Aktien können nun auch Festlandchinesen kaufen.

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