ORKLA NK 1,25
- DER AKTIONÄR

Auf gute Partnerschaft

Es gibt zwei Wege, um sich Wissen anzueignen: Entweder man steckt viel Kraft und Energie in die Forschung und Entwicklung. Oder aber man macht sich das Know-how anderer zugänglich – das schont die Ressourcen, weil gleichzeitig weitere Synergieeffekte genutzt werden. Nebenbei helfen strategische Partnerschaften, schneller auf die Bedürfnisse am Markt zu reagieren.

Der Mischkonzern Orkla setzt mit starken Partnern auf neue Märkte. Das freut die Analystenzunft und dürfte Aktionären satte Kursgewinne bescheren.

Es gibt zwei Wege, um sich Wissen anzueignen: Entweder man steckt viel Kraft und Energie in die Forschung und Entwicklung. Oder aber man macht sich das Know-how anderer zugänglich – das schont die Ressourcen, weil gleichzeitig weitere Synergieeffekte genutzt werden. Nebenbei helfen strategische Partnerschaften, schneller auf die Bedürfnisse am Markt zu reagieren. Der Mischkonzern Orkla, der mit seinen sechs Unternehmensbereichen vom Waschmittel über die Pizza bis hin zu Stahl fast alles herstellt und nebenbei im Bereich der Finanzbeteiligungen tätig ist, nutzt beide Möglichkeiten.

Gemeinsam stark

Wie flexibel Orkla auf veränderte Marktsituationen reagieren kann, hat das norwegische Unternehmen 2006 bewiesen: Weil die Aussichten in der Solarbranche vielversprechend sind, wurde kurzerhand die Mediensparte mit Zeitungen und TV-Beteiligungen in ganz Europa für knapp eine Milliarde Euro verkauft. Mit den Mitteln wird nun die Siliziumproduktion der Tochter Elkem vorangetrieben. Zwar verfügt die Firma schon seit Jahren über Erfahrung im Halbleitersektor, doch die knapp 40-prozentige Beteiligung am weltgrößten Siliziumhersteller, Renewable Energy Corporation, bringt zusätzliche Erfahrung und einen Kunden, denn REC wird Teile des Rohstoffes abnehmen und zu Solarzellen verarbeiten. Diese wandern an die Orkla-Tochter Sapa, die unter anderem Aluminiumprofile für den Baubereich produziert und die fertigen Solarmodule installiert. Auch Sapa erhält Verstärkung. Geplant ist ein Joint Venture mit Amerikas größtem Aluminiumproduzenten Alcoa – eine Genehmigung durch die EU-Behörden ist bereits erteilt.

Mehr Überblick

Analysten sehen Orklas Aktivitäten durchgehend positiv, doch jüngst sorgten die Norweger für neue Fantasie: Da der Konzern fast weltweit vertreten ist, fehlt der Überblick über den gesamten Einkaufsprozess der einzelnen Niederlassungen. Eine neue Software soll die Bestellungen nun bündeln und für bessere Preise sorgen. Das dürfte der bisherigen Entwicklung von Orkla noch mehr Schwung verleihen, denn das Einsparpotenzial ist enorm. In den nächsten Jahren rechnet DER AKTIONÄR mit einem Umsatzwachstum von mehr als sieben Prozent per annum. Die Gewinnmarge dürfte in dem Zeitraum bei etwa 3,5 Prozent liegen.

Nordisch gut

Trotz des Börsenwertes von rund 14 Milliarden Euro reagiert Orkla auf Marktveränderungen flexibel wie ein Small Cap. Dabei helfen dem Konzern Partnerschaften mit etablierten Unternehmen. Das 2008er-KGV von 15 spiegelt diese positiven Merkmale nicht wider – das Papier der Norweger ist somit ein klarer Kauf.

Kursziel bei Orkla: 19,00 Euro. Stopp: 10,20 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 25/2007.

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