MACQUARIE BK LTD
- DER AKTIONÄR

Auf Einkaufstour durch Europa

Anfang vergangener Woche hat die Aktie des Energiedienstleisters Techem für Schlagzeilen gesorgt. Die Notierung des im MDAX gelisteten Werts stieg im zweistelligen Prozentbereich, nachdem ein Übernahmeangebot der australischen Macquarie-Bank bekannt geworden war. Die Bank, die bereits rund 19 Prozent aller Techem-Anteile erworben hat, bietet für den hessischen Heizungsableser knapp 1,1 Milliarden Euro.

Die Macquarie-Bank gehört zu den wichtigsten Anbietern von Geschlossenen Infrastrukturfonds. Ein Geschäft, das sich zurzeit richtig lohnt.

Anfang vergangener Woche hat die Aktie des Energiedienstleisters Techem für Schlagzeilen gesorgt. Die Notierung des im MDAX gelisteten Werts stieg im zweistelligen Prozentbereich, nachdem ein Übernahmeangebot der australischen Macquarie-Bank bekannt geworden war. Die Bank, die bereits rund 19 Prozent aller Techem-Anteile erworben hat, bietet für den hessischen Heizungsableser knapp 1,1 Milliarden Euro, das entspricht 44 Euro pro Aktie. Dass Techem diese Offerte bislang als unabgestimmt ansieht, deuten Experten als Anzeichen dafür, dass Macquarie sein Angebot möglicherweise wird nachbessern müssen. Und genau darauf scheinen auch die Anleger zu setzen. Der Techem-Aktienkurs jedenfalls schnellte bis zum Ende der vergangenen Woche sogar bis auf über 50 Euro hoch.

Erhöhte Aufmerksamkeit

Macquarie, in Europa selbst Fachleuten lange Zeit eher unbekannt, erscheint immer häufiger in den Wirtschaftsnachrichten. Erst vor kurzem sorgte die australische Bank für Schlagzeilen, als sie das britische Wasserversorgungsunternehmen Thames Water für insgesamt knapp zwölf Milliarden Euro vom deutschen Energiekonzern RWE übernahm. Dass sie derzeit so exzessiv auf Einkaufstour geht, hat einen guten Grund: Macquarie zählt zu den prominentesten Vertretern in einem Milliardenmarkt, dem Markt der Geschlossenen Infrastrukturfonds. Über einen solchen Fonds hat Macquarie auch Thames Water erworben – und will so ebenfalls Techem kaufen.

Bei Anlegern beliebt

Infrastrukturfonds investieren in Infrastrukturprojekte wie Flughäfen, Stromnetze, Autobahnen und Versorger. Sie verfügen über Geld, weil sie vor allem in Großbritannien derzeit eine äußerst beliebte Geldanlage sind. Die Vorteile solcher Anlagen sind einleuchtend: Unter anderem übernehmen die Fonds anfänglich vom Staat subventionierte und später privatisierte Infrastrukturprojekte. Anfangsinvestitionen, die sich üblicherweise in Milliardenhöhe bewegen, fallen damit weg. Zudem ist die Infrastruktur eine relativ sichere und vor allem eine konkurrenzlose Sache: Wenn es irgendwo einen Flugplatz gibt, wird unter normalen Umständen in der Nähe nicht so schnell ein weiterer gebaut.

Infrastruktur für alle

Das Interesse an Infrastrukturfonds wächst. Mit einer Investition in die Macquarie-Bank können Privatanleger von diesem Trend profitieren. Zumal Geschlossene Infrastrukturfonds institutionellen Investoren vorbehalten sind.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 45/2006.

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Techem: Macquarie verbrennt sich die Finger

Die australische Investmentbank Macquarie ist mit ihrer Übernahmeofferte für die Techem AG gescheitert. Bis zum Ablauf der Annahmefrist am 29.01. reichten nicht genügend Techem-Aktionäre ihre Anteilsscheine an Macquarie weiter. Die Australier hatten ihre aufgestockte Offerte über 55 EUR in bar je Aktie an eine Annahmequote von 70,5% des Grundkapitals bzw 17,4 Mio Aktien geknüpft. Bis zum Stichtag seien jedoch lediglich 5,1 Mio Aktien entsprechend 20,7% des Grundkapitals angedient worden, teilte Macquarie mit.

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