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- DER AKTIONÄR

Auf den Einkaufszettel!

Deutschland ist wieder in Kauflaune. Das von der Marktforschungsgruppe GfK ermittelte Konsumklima für Deutschland ist im September auf 8,6 Punkte nach 8,5 Zählern im Vormonat gestiegen. Für Oktober prognostiziert die Gesellschaft sogar einen Wert von 8,8 Punkten. Das wäre der höchste Stand seit November 2001. Aber nicht nur in Deutschland zieht die Nachfrage an.

Der Henkel-Konzern überzeugte zuletzt mit guten Quartalszahlen. Die zweite Jahreshälfte soll sogar noch besser verlaufen.

Deutschland ist wieder in Kauflaune. Das von der Marktforschungsgruppe GfK ermittelte Konsumklima für Deutschland ist im September auf 8,6 Punkte nach 8,5 Zählern im Vormonat gestiegen. Für Oktober prognostiziert die Gesellschaft sogar einen Wert von 8,8 Punkten. Das wäre der höchste Stand seit November 2001. Aber nicht nur in Deutschland, wo die Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr eine große Rolle spielt, zieht die Nachfrage an, die Konsumstimmung hat sich in ganz Westeuropa verbessert.

Ergebnisanstieg

Von der gestiegenen Kaufbereitschaft profitiert insbesondere der Düsseldorfer Henkel-Konzern. Der weltweit führende Klebstoffhersteller sowie drittgrößte Produzent von Waschmitteln hat im zweiten Quartal 2006 seinen Umsatz um 7,3 Prozent auf 3,23 Milliarden Euro gesteigert. Analysten hatten lediglich mit 3,16 Milliarden Euro gerechnet. Der Überschuss wuchs – getrieben von Sondereffekten – durch den Verkauf zweier Randaktivitäten überproportional um 23,4 Prozent auf 248 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern kletterte der Gewinn um 21,1 Prozent auf 359 Millionen Euro. Neben der höheren Konsumbereitschaft führte der Henkel- Konzern vor allem die Einführung neuer Produkte sowie Preiserhöhungen als Wachstumstreiber an. Besonders stark präsentierten sich die beiden Bereiche „Klebstoffe“ und „Technologies“ mit Zuwächsen aus eigener Kraft von jeweils mehr als acht Prozent.

Auf Wachstumskurs

Die Analysten gehen davon aus, dass sich das dritte und vierte Quartal noch besser entwickeln dürften als das erste Halbjahr. Für das Gesamtjahr rechnen sie mit einer Umsatzsteigerung von 4,7 Prozent. Henkel selbst hat zuletzt die eigenen Prognosen leicht angehoben. Demnach soll der Umsatz nun am oberen Rand der bisher veröffentlichten Bandbreite von drei bis vier Prozent liegen. Beim wechselkursbereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern peilt der Konzern weiter ein Jahresplus von zehn Prozent an. Der Wachstumskurs dürfte sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 6,57 Euro, was ein 2007er-KGV von 17 bedeutet. Damit ist Henkel keinesfalls zu teuer. Der Branchenriese Procter & Gamble, dem Henkel insbesondere im Hinblick auf die Produktqualität und das Geschäftsmodell in nichts nachsteht, ist mit einem 2007er-KGV von 21 deutlich höher bewertet.

Widerstand geknackt

Das Wachstum von Henkel sollte sich nach dem bereits guten Jahresauftakt in den kommenden Quartalen sogar noch beschleunigen. Neue Produkte sowie die Erholung im Heimatmarkt Westeuropa dürften für eine weitere Ergebnissteigerung sorgen. Im Vergleich zu Procter & Gamble hat Henkel im Hinblick auf das KGV noch genügend Spielraum für weitere Kurssteigerungen – zumal der Wert soeben erst die wichtige 100-Euro-Marke überspringen konnte.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 41/2006.

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