Schmack Biogas
- DER AKTIONÄR

Auf den (Ge)Schmack gekommen

Die Zeiten, in denen fast ausschließlich Landwirte Biogasanlagen nutzten, sind vorbei. Klassische Energieversorgungsunternehmen wie E.on, aber auch Stadtwerke, sind hinsichtlich der sauberen Energiequelle auf den Geschmack gekommen. Im Wandel befinden sich auch die Nutzungsmöglichkeiten: Neben der Strom- und Wärmeerzeugung laufen bereits die ersten Projekte, bei denen aufbereitetes Biogas in das Erdgasnetz eingespeist wird.

Alternative Energiequellen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Biogas rückt immer weiter aus dem Schatten der Wind- und Solarbranche – zur Freude von Schmack.

Die Zeiten, in denen fast ausschließlich Landwirte Biogasanlagen nutzten, sind vorbei. Klassische Energieversorgungsunternehmen wie E.on, aber auch Stadtwerke, sind hinsichtlich der sauberen Energiequelle auf den Geschmack gekommen. Im Wandel befinden sich auch die Nutzungsmöglichkeiten: Neben der Strom- und Wärmeerzeugung laufen bereits die ersten Projekte, bei denen aufbereitetes Biogas in das Erdgasnetz eingespeist wird. Der Fachverband Biogas geht davon aus, dass bis zum Jahresende 2006 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1.100 Megawatt (MW) installiert werden. 2020 sollen es 9.500 MW sein. Das hieße, der Biogasanteil an der deutschen Stromproduktion würde von derzeit nicht einmal einem Prozent in 14 Jahren auf stolze 17 Prozent anwachsen.

Im Fahrwasser des Booms

Das enorme Wachstum in dem Sektor schlägt sich auch auf die Zahlen von Schmack Biogas nieder: In den ersten neun Monaten 2006 verdreifachte der Entwickler und Projektierer von Biogasanlagen seine Umsätze im Vorjahresvergleich auf 57,4 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im gleichen Zeitraum bei knapp einer Million Euro (Vorjahr: -0,6 Millionen Euro). Auch die Prognose für 2007 liest sich wie ein Gedicht: Umsätze zwischen 130 und 150 Millionen Euro und ein EBIT im zweistelligen Millionenbereich. Noch plant, errichtet und wartet Schmack seine Anlagen hauptsächlich für Landwirte. Um bessere Margen zu erreichen, möchte die Firma künftig vermehrt als Energieversorger auftreten. Der erste Schritt ist bereits getan: kürzlich wurde mit Erdgas Südbayern ein Joint Venture eingegangen, an dem beide Firmen zur Hälfte beteiligt sind. In den nächsten Jahren werden 30 Millionen Euro in die Errichtung von Anlagen investiert und die gewonnene Energie selbst vermarktet. Weitere Kooperationen sollen folgen.

Bio boomt weiter

Das 2007er-KGV von 24 scheint relativ hoch, doch angesichts des anhaltenden Booms in der Biobranche gerechtfertigt. Für Fantasie sorgt zudem der Ausbau der Sparte „Eigenbetrieb“. Seit der Kaufempfehlung in Heft 37/06 hat die Aktie über sechs Prozent zugelegt. Auch charttechnisch sieht es gut aus: Nach Überwinden der 40-Euro-Hürde sind die Chancen, auch bald das Allzeithoch von Juni zu überwinden, groß. Kaufen!

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 51/2006.

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