Barclays
- DER AKTIONÄR

Auch solo stark

Internationale Großbanken sind immer wieder Gegenstand von Übernahmegerüchten. Zuletzt sorgten Analysten von Merill Lynch für neuen Gesprächsstoff. Angeblich sei die Bank of America am britischen Bankhaus Barclays interessiert. Der Vorstandsvorsitzende der US-Bank sagte dazu, er habe keine Eile zu solch einem Vorhaben - schloss es also nicht explizit aus. Durch einen Zusammenschluss beider Geldhäuser würde die größte Bank der Welt entstehen.

Gerüchte über eine Übernahme rückten jüngst die Barclays Bank in den Fokus von Anlegern. Dabei ist das britische Unternehmen auch solo einen Blick wert.

Internationale Großbanken sind immer wieder Gegenstand von Übernahmegerüchten. Zuletzt sorgten Analysten von Merill Lynch für neuen Gesprächsstoff. Angeblich sei die Bank of America am britischen Bankhaus Barclays interessiert. Der Vorstandsvorsitzende der US-Bank sagte dazu, er habe keine Eile zu solch einem Vorhaben - schloss es also nicht explizit aus. Durch einen Zusammenschluss beider Geldhäuser würde die größte Bank der Welt entstehen. Gemessen am Kernkapital liegt derzeit noch die Citigroup auf Platz 1 der Rangliste des britischen Fachmagazins „The Banker“.

Attraktiver Single

Am Tag der Spekulationen schoss die Barclays-Aktie fast fünf Prozent nach oben. Dabei hat der Kurs solche Meldungen gar nicht nötig: Seit Anfang 2003 hat das Papier rund 230 Prozent zugelegt. Die Gründe liegen dabei vielmehr in der guten Geschäftsentwicklung des Unternehmens als an der brodelnden Gerüchteküche. Ende November bekräftigte Vorstandsvorsitzender Matthew Barrett die Prognose für das Geschäftsjahr 2006. Er geht von einem Vorsteuergewinn von sieben Milliarden Pfund aus, was einem Plus von rund 30 Prozent entspricht. Maßgeblichen Anteil daran hat die Sparte Investmentbanking. Daneben macht sich auch die zugekaufte südafrikanische Bank Absa bemerkbar – die bisherigen Ergebnisse waren besser als erwartet. Wachstum verspricht zudem das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds: Erst im November 2006 hat Barclays für rund 240 Millionen Euro die Münchener Indexchange Investment AG übernommen. In Europa verwaltet die Bank nun ein Vermögen von 30 Milliarden Euro – dies entspricht einem Marktanteil in dem Segment von 60 Prozent.

Top Pick

Jüngst haben Analysten von ABN Amro Barclays in ihre Liste der zehn „toppicks“ für das Jahr 2007 aufgenommen. Kein Wunder: im europäischen Branchenvergleich ist der Titel mit einem 2007er-KGV von 10 günstig bewertet.

Doppelte Chance

Der Wachstumstrend bei Barclays dürfte sich noch länger fortsetzen. Zudem spricht die Bewertung für ein Investment in die Aktie. Sollte die Bank of America im Gerangel um Platz 1 im Bankensektor tatsächlich bei den Briten anklopfen, dürfte zusätzlich ein schöner Aufschlag winken.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 52/06 - 01/07.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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