Curasan
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Attraktives Übernahmeziel

Vor wenigen Tagen konnte der Spezialist für Regenerative Medizin im noch jungen Jahr 2011 bereits zwei Vertriebsverträge melden. Weitere positive News sollen folgen. DER AKTIONÄR konnte sich mit Curasan-Chef Hans Dieter Rössler über die neuen Entwicklungen unterhalten. Zudem verrät er, warum Curasan als potenzielles Übernahmeziel gilt.

Positiver Newsflow bei Curasan: Im gerade angelaufenen Geschäftsjahr 2011 hat der Spezialist für Regenerative Medizin bereits zwei Vertriebsverträge unter Dach und Fach gebracht. Ein weiterer Vertragsabschluss mit einem Global Player soll folgen. Aufgrund der aussichtsreichen Produktpipeline und der günstigen Bewertung gilt Curasan als potenzielles Übernahmeziel. Im Interview mit dem AKTIONÄR spricht Vorstandschef Hans Dieter Rössler über die geplante Produktoffensive, die komfortable Liquiditätssituation und erklärt, warum er die Curasan-Aktie aktuell für deutlich unterbewertet hält.

DER AKTIONÄR: Herr Rössler, Sie haben mit der im hessischen Dreieich ansässigen TRIMedicales GmbH einen Vertriebsvertrag unterzeichnet. Welche Bedeutung hat dieser Vertragsabschluss für Curasan?

Hans Dieter Rössler: TRIMedicales ist auf den Teilmarkt der niedergelassenen Chirurgen und Orthopäden konzentriert. In den letzten Jahren hat das ambulante Operieren aus Kostengründen stark zugenommen und wird weiter rasch wachsen. Mittlerweile gibt es in diesem Segment ein attraktives Umsatzpotenzial, das es mit einer spezialisierten Vertriebsmannschaft zu heben gilt.

Welche Curasan-Produkte wird TRIMedicales vertreiben?

Beginnen werden wir mit dem Knochenregenerationsmaterial Cersorb M Ortho, dem speziell zum Mischen mit patienteneigenem Knochen entwickelten Cerasorb BoneOptimizer sowie dem Hämostyptikum Stypro, das zur Blutstillung und als Träger für Arzneimittel wie Antibiotika oder Wachstumsfaktoren fungiert. Später können weitere Produkte aus unserer F&E-Pipeline dazu kommen.

Der TRIMedicales-Deal ist bereits der zweite Vertragsabschluss im gerade angelaufenen Geschäftsjahr 2011. Zuvor hatten Sie einen exklusiven Vertrag mit der US-amerikanischen TransCorp Spine Inc. für den Vertrieb von Cerasorb Ortho Formteilen unterzeichnet. Wo werden Cerasorb Ortho Formteile eingesetzt und welche Vorteile bieten Sie im Vergleich zu Konkurrenzprodukten?

Unsere Formteile unterscheiden sich in ihrer Resorptionseigenschaft, also dem Abbau und Umbau zu eignem Knochen. Außerdem verfügt der Wettbewerb in der Regel nur über Standardgrößen, während wir in der Lage sind, passgenaue Formteile anzufertigen, beispielsweise als Füllmaterial für Wirbelsäulenersatzprodukte oder zum Verschluss von Bohrkanälen, wie sie unter anderem mit der minimal invasiven, also sehr schonenden Technik von TransCorp Spine bei wirbelsäulenchirurgischen Eingriffen entstehen.

Dürfen Ihre Aktionäre im laufenden Jahr weitere vergleichbare Vertragsabschlüsse erwarten?

Seit etwa einem Jahr stellen wir bereits ein spezielles Formteil aus Cerasorb für einen osteuropäischen Hersteller von Metallprodukten für die Wirbelsäulenchirurgie her. TransCorp ist der zweite Abnehmer. Ein dritter Partner dürfte in Kürze hinzukommen. Es ist unsere Absicht weitere folgen zu lassen, da es im Orthopädiemarkt sehr viele Spezialanbieter mit Nischenprodukten gibt. Über diese Anbieter erreichen wir interessante Teilmärkte, ohne selbst in Marketing und Vertrieb investieren zu müssen.
Das wichtigste ist und bleibt aber der Abschluss eines Vertriebsvertrages mit einem Global Player. Hier sind wir auf einem guten Weg.

Wie stellt sich die aktuelle Liquiditätssituation bei Curasan dar? Haben Sie Ende 2010 Mittelzuflüsse aus den vereinbarten Restkaufpreiszahlungen erhalten?

Ja, die vorletzte Rate aus dem Verkauf des Dentalgeschäftes sowie die Verkaufserlöse für Mitem sind pünktlich noch in 2010 geflossen, so dass wir vermutlich mit einer höheren Liquidität als im Vorjahr abschließen werden und das trotz der erheblichen Investitionen, die wir im Jahr 2010 getätigt haben.

Sie haben im Rahmen einer Produktoffensive zwölf neue Zulassungen bis 2012 angekündigt. Welche Produkte wird Curasan im laufenden Jahr voraussichtlich auf den Markt bringen?

Da wäre zunächst Ceracell, ein hochporöses, bioaktives Knochenregenerationsmaterial in Granulatform zu nennen. Es wird sich um je zwei Zulassungen für den Dentalmarkt und den Orthopädiemarkt, jeweils in der EU und in den USA handeln - insgesamt also vier Zulassungen. Zudem folgen Osbone und Osgide für den Kieferkammaufbau in den USA. Über mögliche weitere Kandidaten möchte ich jetzt noch nicht sprechen, da wir zwar weitere Zulassungen erwarten, dies aber nur bedingt beeinflussen können.

Welche Erwartungen haben Sie an das laufende Geschäftsjahr? Wird Curasan in die Gewinnzone zurückkehren?

Die Vielzahl der neuen Produkte erfordern noch ein letztes Mal besondere Anstrengungen, die es unwahrscheinlich machen, dieses Ziel schon in 2011 zu erreichen.

Anfang November fand in Frankfurt die Eröffnung des neuen Forschungs- und Produktionsstandorts statt. Welche Vorteile ergeben sich aus den neuen Kapazitäten für Curasan?

Mit dem neuen Werk haben wir die Kapazitäten geschaffen, um den Bedarf von global agierenden Vertriebspartnern decken zu können. Außerdem ist es uns nun erstmals möglich, auch flüssige Substanzen in großen Mengen zu verarbeiten, was für einen Teil der neu entwickelten Produkte eine entscheidende Voraussetzung ist.

Aufgrund der aussichtsreichen Pipeline gilt Curasan als attraktives Übernahmeziel. Was wäre aus Ihrer Sicht eine faire Bewertung des Unternehmens?

Wenn Sie sich die Marktkapitalisierungen von vergleichbaren Firmen sowie die für übernommene Wettbewerber gezahlten Kaufpreise anschauen, erkennen Sie sehr rasch, dass die Bewertung bei einem Vielfachen des momentanen Wertes liegen dürfte.

Herr Rössler, vielen Dank für das Interview.

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