Arcandor
- DER AKTIONÄR

Arcandor unter Beschuss

In den ersten zwei Handelswochen des neuen Jahres ist die Arcandor-Aktie deutlich unter die Räder gekommen. Dabei läuft bei Weitem nicht alles so miserabel wie es der Kurs derzeit vielleicht anzeigen mag.

In den ersten zwei Handelswochen des neuen Jahres ist die Arcandor-Aktie deutlich unter die Räder gekommen. Mutige Anleger greifen auf dem aktuellen Kursniveau zu.

Gibt es bald keine Karstadt-Warenhäuser mehr? Ist Quelle pleite? Buchen Kunden von Thomas Cook bald nur noch bei der Konkurrenz? Wer einen Blick auf den Aktienkurs von Arcandor in den letzten Tagen geworfen hat, könnte so ein Untergangsszenario schon fast vermuten. Dabei läuft bei Arcandor bei Weitem nicht alles so miserabel wie es der Kurs derzeit vielleicht anzeigen mag.

Neuausrichtung zeigt Früchte

Die frühere KarstadtQuelle hat inzwischen einen kompletten Wandel hinter sich. Firmenchef Thomas Middelhoff hat das Unternehmen neu aufgestellt und wieder auf Vordermann gebracht. Inzwischen entfällt mehr als die Hälfte des Umsatzes auf die Touristiksparte Thomas Cook. Der Reisedienstleister, an dem Arcandor 52 Prozent hält, erzielte zuletzt im dritten Quartal ein positives operatives Ergebnis von 723 Millionen Euro.

Ehrgeizige Ziele

Mit der Veräußerung eines großen Immobilienpaketes sowie dem geplanten Verkauf der Neckermann-Sparte, bei der die endgültige Entscheidung der EU-Kommission Ende Februar erwartet wird, dürften sämtliche Nettoverbindlichkeiten von Arcandor bis zum Jahresende getilgt sein. Zudem werden derzeit die Konzerntöchter Primondo und Karstadt auf Vordermann getrimmt, damit beide noch im laufenden Geschäftsjahr 2007/08 wie nach dem Vorbild Thomas Cook an die Börse gebracht werden können. Sein Ziel, im Geschäftsjahr 2008/09 einen Umsatz von 23 Milliarden sowie ein EBITDA von 1,3 Milliarden Euro zu erzielen, hat Middelhoff erst vor Kurzem noch einmal bekräftigt.

Fazit

Bei der Arcandor-Aktie gab es zuletzt panikartige Verkäufe. Mutige Anleger gehen auf dem aktuellen Kurslevel eine Anfangsposition ein und sichern diese mit einem Stopp bei 9,50 Euro ab. Alternativ kann man auch auf das Bonuszertifikat mit der WKN BN6 99H zurückgreifen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 04/2008.

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