Arcandor
- Andreas Deutsch - Redakteur

Pleiten-Rekordjahr 2010?

Geht das massenhafte Firmensterben in diesem Jahr weiter? Der Insolvenzverwalter-Verband fürchtet 2010 einen neuen Rekord. Auch wenn die Wirtschaft wachsen würde, sei die Gefahr noch nicht gebannt. Möglich seien in diesem Jahr 40.000 Firmenpleiten - viel mehr als im vergangenen Jahr.

Der Verband geht davon aus, dass die Zahl der Insolvenzen in 2009 voraussichtlich unter 35.000 bleiben wird. Nach den ersten elf Monaten lag die Zahl bei 30.104 und damit elf Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. "Nach der langanhaltenden Krisenperiode seit Frühjahr 2009 sind die Reserven der Mittelständler ausgelaugt", sagte VID-Geschäftsführer Daniel Bergner in einem Interview mit Handelsblatt Online. "Viele können nicht mehr." Der Grund: Bisher gebe es für die breite Masse der Unternehmen keine Entlastung. Bergner: "Nötig wäre aber ein massiver Aufschwung."

Entspannung Ende 2009

Aber auch wenn die Wirtschaft wieder wachsen würde, sei die Gefahr nicht gebannt. "Der kritischste Punkt ist erreicht, wenn die Auftragseingänge wieder deutlich nach oben gehen, die Lager der Unternehmen leer und die Produktionskapazitäten runterskaliert sind. Dann fehlt das nötige Geld, um am Aufschwung teilzuhaben", so Bergner weiter.

Obwohl der November-Wert 2009 deutlich über dem Wert von November 2008 lag, zeichnete sich zum Jahresende hin eine Entspannung ab. Die Zahl der Insolvenzen übertraf im Oktober den Vorjahreswert noch um 15,9 Prozent. 2009 gab es viele prominente Konzerne, die pleite gingen - unter anderem Schiesser, Rosentahl und Arcandor.

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