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Aquantive - Einer für alles

Lange Zeit galten Internetagenturen an der Börse als "out". Mit steigenden Online-Budgets der Konzerne feiern sie jetzt aber ein furioses Comeback.

Lange Zeit galten Internetagenturen an der Börse als "out". Mit steigenden Online-Budgets der Konzerne feiern sie jetzt aber ein furioses Comeback.

Von Martin Weiss

Das Internet hat viele neue Trends kreiert, darunter auch den, sich möglichst flippige Firmennamen zuzulegen. Irgendwie scheinen die Verantwortlichen zu hoffen, dass sich ein ausgefallener Name positiv auf den Bekanntheitsgrad und somit auch auf die Geschäfte auswirkt. Nun, zumindest bei der Internetagentur Aquantive geht diese Rechnung auf.

Alles aus einer Hand

Unter dem Dach von Aquantive (vormals Avenue "A") firmieren die größte unabhängige Internetagentur Avenue "A"/ Razorfish, der Vermarktungsspezialist Atlas sowie DRIVEpm, eine Art Großhändler für Online-Werbung. Gemeinsam ermöglichen es die einzelnen Geschäftssparten Aquantive, eine One-Stop-Shopping-Lösung für alle Multimedia-Belange anzubieten. Die Kunden werden dabei bei der Planung und Umsetzung eines interaktiven Internetauftritts ebenso unterstützt wie bei der Durchführung von Marketingkampagnen. Die Angebote der einzelnen Geschäftssparten sind optimal aufeinander abgestimmt und lassen sich somit einfach miteinander verbinden - das spart Zeit und damit bares Geld.

Erstklassige Kunden

Die Qualität, mit der Aquantive arbeitet, hat sich bis nach Affalterbach, dem Sitz von Mercedes-Haustuner AMG herumgesprochen. Die Süddeutschen haben sich von Avenue "A" / Razorfish eine ausgefallene Internetseite bauen lassen - und sie sind nicht die einzigen. Der Autobauer Ford gehört ebenso zur Stammkundschaft des Unternehmens wie der Internetdienst Hotels.com, eine Tochter des zum Diller-Imperium gehörenden E-Commerce-Riesen Interactive Corp. Während Ford gerade seinen Internetauftritt aufpolieren lässt, nutzt Hotels.com die Erfahrung von Avenue "A"/ Razorfish, um das Suchmaschinen-Marketing und andere Online-Kampagnen zu optimieren. Die Unternehmens-Dollars fließen wieder ins Internet und Aquantive profitiert von diesem Trend.

Dreistelliges Wachstum

Anfang November wird Aquantive Quartalszahlen melden und es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass die prognostizierten 75 Millionen Dollar Umsatz und 0,10 Dollar Gewinn pro Aktie nicht erreicht werden. Verglichen mit dem Vorjahr entspräche dies einem 60-prozentigen Erlösanstieg und einer Gewinnverdopplung. An der Börse galt Aquantive lange als Geheimtipp, diesen Nimbus hat sie nach einer Kursverdopplung allein seit März aber verloren. Im Zuge des Aufschwungs hat sich auch die Bewertung erhöht, allerdings erscheint Aquantive trotz des 06er-KGVs von 40 noch nicht zu teuer. Das Unternehmen hat eine lange Tradition im Veröffentlichen besser als erwarteter Zahlen - im Schnitt liegen die realen Gewinne um 54 Prozent über den Prognosen.

Nicht lange fackeln

Anleger, die darauf setzen, dass sich der positive Trend bei der Online-Marketing fortsetzt, sollten sich in jedem Fall ein paar Aktien ins Depot legen. Die Papiere konsolidieren derzeit, allerdings dürfte der Kurs beim Erreichen der Marke von 19 Dollar nach oben drehen.

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