Apple
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Apple TV: Große Chance oder gewaltig überschätzt?

DER AKTIONÄR hat Apple-Analyst Per Lindberg interviewt. Folgend äußert er sich zum großen Hoffnungsträger Apple TV und der Bedeutung des umgangreichen App Stores des Milliardenkonzerns.

Das iPhone: ein Jahrhundertprodukt. Das iPad: eine Revolution. Viele hoffen nun, dass Apple 2013 diesen Erfolg mit einem Fernseher wiederholen kann. Spekulationen zufolge würde das Gerät ähnlich innovativ mit Gesten, Sprache oder Fingern gesteuert werden können wie das bereits im Markt befindliche Smart TV von Samsung. Auch deswegen prognostiziert Analyst Gene Munster von Piper Jaffray 2013 ein "Mega-Jahr" für Apple.

53 weitere Analysten raten zum Kauf der Aktie. Doch drei tanzen aus der Reihe. DER AKTIONÄR hat Per Lindberg (Kursziel von 400 Dollar) interviewt. Die Euphorie für das Apple TV teilt er nicht. Lindberg: "Apple TV würde sich nur schwer deutlich auf die Gesamtperformance einer Firma auswirken, welche bereits 200 Milliarden Dollar Umsatz und einen operativen Gewinn von fast 60 Milliarden Dollar erzielt. Denn der TV-Markt ist viel kleiner, bedeutend wettbewerbsintensiver und schon von Massenartikeln geprägt."

Quantität nicht entscheidend

Auf die Frage, wie wichtig der große App Store für Apple sei, antwortete er: "Der App Store ist sicherlich ein Faktor für die Kundenloyalität. Doch es muss gesagt werden, dass Android was die Anzahl und die Qualität der Anwendungen angeht gerade dabei ist, an Apple vorbeizuziehen. Im Übrigen ist es ziemlich egal ob Apple eine Million oder 400.000 Appls anbietet. Das ist so relevant wie die Frage, ob man bei Facebook nun eine Million oder 400.000 Freunde hat. Denn die meisten Menschen nutzen aktiv ohnehin nur eine Handvoll der zahlreichen Anwendungen."

Pro und Contra

DER AKTIONÄR rät auch aufgrund der jüngsten Verkaufserfolge weiterhin dazu, bei Apple zuzugreifen. Doch auch in AKTIONÄR-Redaktionssitzungen stehen sich oft augenzwinkernd zwei Lager gegenüber: das der iPhone-Fans und das - deutlich kleinere - Nokia- und Samsung- Grüppchen. Bilden Sie sich selbst Ihre Meinung:

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