Apple
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Apple-Theater: "Das rächt sich"

Läuft beim Smartphone-Pionier Apple wirklich noch alles rund? Die Anzahl der Skeptiker nimmt zu. Besonders deutlich hat sich jetzt ein Mobilfunk-Manager zu Apple und dem iPhone 5 geäußert.

Das Image von Apple verändert sich. Der einstige Underdog im Kampf gegen IBM oder Microsoft ist selbst groß und mächtig geworden - und arrogant. Dies sieht zumindest Michael Krammer so. Er ist der scheidende Chef des österreichischen Mobilfunkanbieters Orange. Dem Format sagte er: "Apple hat es überzogen, in allen Bereichen. Das Produkt ist zu teuer, sie machen viel zu viel Theater drum herum, sie behandeln die Partner schlecht und irgendwann rächt sich das. Ich brauche nur ein einziges Mal ein nicht so phantastisches Produkt bringen - und das ist das iPhone 5 - und schon kippt die Sache."

Vorteil Ökosystem?

Krammer zweifelt vor allem an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells: "Apple hat nur noch einen Vorteil, nämlich dass das Ökosystem ein sehr geschlossenes ist und der Umstieg für die Kunden nicht einfach ist. Dauerhaft ist das aber keine Methode, Kunden an sich zu binden. Sie brauchen, so wie es Steve Jobs immer wollte, außergewöhnliche phantastische Produkte. Sie tun zwar noch so, aber sie haben sie nicht mehr."

Ins Bild passt ein Artikel eines weiteren österreichischen Portals. Demnach hat das iPhone 5 den schlechtesten Empfang unter allen gängigen Smartphones. Zudem tauchen fast wöchentlich neue Konkurrenten wie etwa das neue Blackberry Z10 ("geilstes Smartphone") auf.

Ist das iPhone wirklich noch das coolste Smartphone der Welt? Immerhin: Bei Analysten ist Apple weiterhin das Gesprächsthema Nummer 1. Die ganze Expertenwelt blickt am 23. Januar gebannt nach New York wo Apple seine Quartalszahlen bekannt geben wird.

Analyst Bill Shope von Goldman Sachs zählt zu den Optimisten: "Aufgrund der ausreichenden Angebotes der Zulieferer und der starken Nachfrage nach dem iPhone 5, denken wir, dass sich unsere Erwartungen an die Verkaufszahlen als zu konservativ herausstellen könnten."

DER AKTIONÄR hatte bei Apple-Skeptiker Per Lindberg nachgefragt. Der Analyst sagte: "Apple wird ab jetzt mit einer richtigen Konkurrenzsituation konfrontiert." Dies deckt sich mit Informationen eines großen Händlers. Der Insider ("Abkühlung bei Apple") sagte dem AKTIONÄR, dass es für das iPhone 5 gerade bei jungen Kunden keine solch große Euphorie gegeben habe wie noch zum Marktstart des iPhone 4 oder 4S." Gut möglich, dass Apple jedoch bereits neue Überraschungen vorbereitet - und 2013 drei neue iPhones vorstellt.

Ausblick entscheidend

Trotz allem ist es denkbar, dass Apple ein relativ gutes Quartal vorlegt. Doch der Ausblick könnte, sollten keine neuen Innovationen vorgestellt werden, ernüchternd ausfallen. Charttechnisch fällt der im Oktober gestartete und voll intakte Abwärtstrend und das noch offene GAP bei rund 320 Euro auf. Gleichzeitig scheint das Papier mittlerweile jedoch kurzfristig überverkauft. Hier lesen Sie die aktuelle Einschätzung des AKTIONÄRs zu Apple. Doch es gibt auch fünf Argumente, sich von der Apple-Aktie fernzuhalten.

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