Research In Motion
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Apple, Nokia, Samsung? Jetzt kommt Research in Motion!

Schafft der schlingernde Smartphoneriese mit Blackberry 10 den Turnaround? Anleger scheinen zunehmend von der Story überzeugt - die Aktie gewinnt immer stärker an Fahrt.

In vielerlei Hinsicht ähnelt Research in Motion (RIM) dem finnischen Handy-Produzenten Nokia. Auch RIM war lange führend in seiner Industrie (Smartphones für Geschäftsleute), auch RIM verdiente Milliarden und auch RIM galt in seiner Position als praktisch unangreifbar - jedenfalls so lange, bis Apple mit seinem iPhone auf dem Markt erschien und den Trend zum Touch-Smartphone lostrat. Das war 2007. Seither hat sich die RIM-Aktie im Wert mehr als gezehntelt.

Erst das Betriebssystem, dann die Hardware

Der Kursverlust in den vergangenen Jahren geht mit teilweise desaströsen Quartalszahlen und Milliardenverlusten einher. Erst im letzten Quartal zeichnete sich annähernd eine Stabilisierung der Geschäfte ab - na ja, irgendwie. Bei Erlösen von 2,9 Milliarden Dollar verbrannte RIM "nur" noch 235 (Vj. 518) Millionen Dollar. 

Research in Motion hat den Trend zu Touchscreen-Smartphones völlig verschlafen (wie auch Nokia) und versucht jetzt mit Hochdruck den Anschluss an die Weltspitze (Samsung, Apple) herzustellen. Thorsten Heins, der deutschstämmige Vorstandschef, setzt dabei alles auf eine Karte: Blackberry 10.

Das brandneue Betriebssystem (OS) soll Ende Januar erhältlich sein und den Handyproduzenten zurück in die Erfolgsspur hieven. Der Launch-Event für das OS ist für den 30. Januar angesetzt. Binnen 30 Tagen nach der Vorstellung will Heins dann die vollständig überarbeitete Hardware ausliefern. Erste Demo-Smartphones entsprechen im Design mit ihren großen Touchscreen-Bildschirmen dabei gängigen Modellen im Markt. Darüber hinaus wird RIM sein Blackberry aber auch mit der altbekannten Tatstatur anbieten.

RIM-Aktie mit starkem Kaufsignal

An der Börse werden die Pläne von RIM überwiegend skeptisch gesehen, zu weit scheint die Konkurrenz, allen voran Samsung Electronics (Galaxy S3), davongezogen. Risikofreudige Anleger sollten die Aktie dennoch im Blick behalten. Allein die Hoffnung auf den Turnaround könnte dem Kurs einen kräftigen Schub verleihen (auch das eine Ähnlichkeit zu Nokia). Am Montag jedenfalls verteuerte sich die RIM-Aktie um 4,2 Prozent auf 9,59 Dollar und lieferte damit ein starkes Kaufsignal.

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