Apple
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Apple: Historisch so günstig wie lange nicht, aber ein Problem ist neu

Nachdem sich sämtliche Apple-Beobachter mehr oder weniger einig zu sein scheinen, dass die Wachstumsstory zu Ende ist, wird die Aktie zunehmend als Value-Wert attraktiv. Aus gutem Grund, denn Apple ist mittlerweile so günstig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Aber ein Problem ist untypisch und neu.

Apple ist derzeit die wohl meistdiskutierte Aktie auf dem Globus. Die Bullen sehen eine fast schon historische Chance, die Bären sehen ein Ende der Wachstumsstory. DER AKTIONÄR ist eher auf Seiten der Bullen, denn die Optionen, die Apple ziehen kann, sind schon aufgrund des gigantischen Netto-Cashberges von 130 Milliarden Dollar fast unbegrenzt.

Die strategischen Optionen, die Apple damit hat, werden im Kurs nicht annähernd reflektiert. Apple könnte etwa locker ins Automobilgeschäft einsteigen und Tesla kaufen, wenn man das strategisch als sinnvoll erachten würde, wie die Saxo Bank schon als verrücktes Szenario für 2019 sieht. Aber Apple könnte genauso gut im Bankensektor, im Gesundheitssektor oder anderweitig aktiv werden, was sich mit ApplePay und der seit Januar in iOS verfügbaren digitalen Patientenakte bereits andeutet.

Unabhängig von den Wachstumsperspektiven ist Apple derzeit so günstig wie lange nicht mehr, sodass die Aktie auch zum Value-Schnäppchen taugt. Die nachfolgenden Grafiken zeigen, wie die Apples aktuelle Bewertung im historischen Vergleich ist:

 

 

 

Bei sämtlichen Kennzahlen ist Apple mittlerweile so günstig wie lange nicht mehr. Damit erfüllt der Wert die Kriterien eines Value-Investments. Warren Buffett dürfte entsprechend seine Position weiter ausgebaut haben. Details wird es im Februar geben, wenn er seine Positionen offen legen muss. Damit bleibt die Aktie aus Sicht des AKTIONÄR weiterhin ein Kauf.

Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Apple offenbar die Konjunkturunabhänigkeit abhanden gekommen zu sein scheint. Bisher machten dem Konzern Konjunkturdellen kaum etwas zu schaffen. Die wirtschaftliche Schwäche in China hingegen scheint Apple erstmals deutlich zu treffen, wie die jüngste Umsatzwarnung zeigt. Damit hat Apple einen Teil seines Mythos verloren. Allerdings: das ist nur ein temporäres Problem. Nach Einschätzung des AKTIONÄR ist die Wachstumsgeschichte maximal kurzzeitig unterbrochen.

 

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.

 

 

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  • Peter Janka -
    Ob die Konjuktur an dem Wachstumsrückgang von Apple verantwortlich ist, ist schwer vorstellbar. Vielmehr sind die fehlenden Innovationen, der hohe Preis und die Sättigung des Smartphonemarktes hierfür ursächlich. Weitere Zukäufe durch Buffet halte ich für unwahrscheinlich. Bereits jetzt machen die Aktien von Apple rund 25 % des Portfolios aus. Das Klumpenrisiko würde nur unnötig wachsen und bei weiterhin schwachen Börsenkursen die Gesamtperformance von Buffet stark beeinträchtigen. Apple hat mehrere Baustellen. Starke Abhängigkeit vom IPhone, fehlende Innovationsführerschaft, starke Konkurrenz bei einem weitestgehend gesättigten Marktumfeld. Zwar verfügt Apple über hohe Liquiditätsreserven, die zur Zeit mehr für Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe verwendet werden.

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