Apple
- Marion Schlegel - Redakteurin

Apple: Hier gibt es Probleme – Aktie auf 17-Monats-Tief

Es war vom AKTIONÄR erwartet worden: Die Quartalszahlen konnten für die Apple-Aktie keine neuen Impulse liefern. Im Gegenteil: Am Tag nach Veröffentlichung der Ergebnisse beschleunigte sich der Abverkauf. Zum Handelsschluss stand ein Minus von fünf Prozent zu Buche. Die Konzernumsätze und auch die Verkäufe des iPhones blieben hinter den Erwartungen zurück. Auch der Ausblick enttäuschte. Jetzt drohen sogar Probleme bei dem Produkt, das eigentlich die Wende bringen sollte: dem Apple Car.

 

Designchef unzufrieden

Zwar wurde nie von Apple öffentlich bestätigt, dass tatsächlich ein eigenes Auto gebaut wird. Doch Tesla-CEO Elon Musk bezeichnete das als ein „offenes Geheimnis". Zu Beginn der Woche berichtete das Nachrichtenportal Bloomberg in Berufung auf informierte Personen, dass der Chef von Apples Autoprojekt „Projekt Titan“, der ehemalige Ford-Manager Steve Zadesky, seinen Posten räumen wird. Und nun gibt es offenbar die nächste schlechte Nachricht. Wie das gewöhnlich gut informierte Techportal Appleinsider berichtet, soll Apples-Designchef Jony Ive mit den Fortschritten beim Apple Car unzufrieden sein und bei einem Treffen mit dem Fahrzeug-Team seine Unzufriedenheit ausgedrückt haben. Laut dem Bericht soll zudem ein Einstellungsstopp für das Auto-Team verhängt worden sein. In der Vergangenheit hatte Apple zahlreiche Autoexperten von Tesla und Ford abgeworben.

Hohe iPhone-Abhängigkeit

Apple fehlt es derzeit an Innovationskraft. Apple-Chef Tim Cook hat bislang keine Weltneuheiten, wie seinerzeit das iPhone oder das iPad, aus dem Hut gezaubert. Die Apple Watch bleibt weiter hinter seinen Erwartungen zurück. Genaue Absatzzahlen der Smartwatch nannte Apple auch dieses Mal in seinem Quartalsbericht nicht. Die Apple Watch ist weiterhin in der Kategorie „Sonstige Produkte“ aufgelistet. Dieser Bereich ist zwar im Vergleich zum Vorjahresquartal um 62 Prozent gewachsen. Allerdings beinhalten die „Sonstigen Produkte“ neben der Smartwatch Apple TV, Beats Produkte und den iPod. All diese Produkte zusammen generieren derzeit gerade einmal 5,5 Prozent der Konzernumsätze. Der Umsatztreiber Nummer eins war auch im letzten Quartal das iPhone mit einem Anteil von fast 70 Prozent.

 

Abwarten

Für den Giganten Apple lief es schon einmal besser. Der Aktienkurs notiert - ausgenommen den Flash-Crash vom September - auf einem 17-Monats-Tief. Nur im chinesischen Markt wuchsen die Umsätze deutlich. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen dort die Erlöse um 14 Prozent. Allerdings ist der Zuwachs im Vergleich zu vergangenen Quartalen eher gering. Dieser Trend dürfte sich aufgrund der rückläufigen Wirtschaftsaktivität im Reich der Mitte weiter fortsetzen. Neuanleger halten sich trotz einer günstigen Bewertung (KGV von 10) zurück.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Apple-Aktie: Das nächste große Ding?

Die Talfahrt der Apple-Aktie ist vorerst beendet. Seit dem 52-Wochen-Tief Anfang Mai haben die Papiere des iPhone-Herstellers bereits rund zehn Prozent an Wert gewonnen. Am Donnerstag steht die Aktie erneut im Fokus. Gerüchte über eine Übernahme des Medienkonzerns Time Warner sorgen für Aufsehen. mehr
| Alfred Maydorn | 0 Kommentare

Hedgefonds: Raus aus Apple, rein in Facebook

Im ersten Quartal des laufenden Jahres haben sich zahlreiche große Hedegfonds von Apple-Aktien getrennt oder ihre Bestände zumindest reduziert. Ohnehin standen nur wenige Technologiewerte auf der Einkaufsliste der Fondsmanager, eine Ausnahme war die Aktie von Facebook.  mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Apple: Aller guten Dinge sind Drei

Die Fachleute der Capital-Depesche erinnern an den Einstieg von Warren Buffett über die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway bei Apple. Scheinbar haben die niedrige Bewertung und der hohe Bargeldbestand des iPhone-Unternehmens Buffett überzeugt. Für zusätzlichen Rückenwind sorgen … mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Apple hat alles, was Buffett will

Die Sachkenner des Heibel-Ticker erinnert an den Einstieg von Warren Buffett beziehungsweise der Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway für eine Milliarde Dollar bei Apple. Das ist ein Zeichen für hohe Gewinne von Apple auch ohne Wachstum, ansonsten hätte Buffett nicht gekauft. Buffett geht von … mehr