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Apple - Doch nicht das "i" des Kolumbus?

Da verkündet der Softwarepionier Apple das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte, und prompt rauscht die Aktie in den Keller. Aber warum? Die Kultschmiede wird wieder einmal ein Opfer zu hoher Erwartungen

Da verkündet der Softwarepionier Apple das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte - und prompt rauscht die Aktie in den Keller. Aber warum? Die Kultschmiede wird wieder einmal das Opfer von zu hohen Erwartungen

Von Steffen Eidam

Der Softwarehersteller hat sowohl für das vierte Quartal als auch für das gesamte Geschäftsjahr 2004/2005 hervorragende Zahlen präsentiert: Konzernchef Steve Jobs stolz: "Wir blicken begeistert auf das beste Jahr in der Firmengeschichte von Apple zurück". Doch die Börsianer stimmten nicht mit in das Apple-Loblied ein. Im Gegenteil: Sie schickten die Aktie auf Talfahrt - elf Prozent in der Spitze.

Blitzsaubere Zahlen, bis auf ...

Apple verdiente im Gesamtjahr 1,3 Milliarden Dollar (+ 384 Prozent), gleichzeitig konnte der Umsatz um 68 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar nach oben geschraubt werden. Allein im vierten Quartal stieg der Nettogewinn von 106 auf 430 Millionen Dollar. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 3,69 Milliarden Dollar zu. Er lag damit aber knapp unter dem Analystenkonsens von 3,74 Milliarden Dollar.

Der Hauptschuldige am Kurseinbruch ist eindeutig der iPod. Zwar ist das Musikabspielgerät weiterhin ein Verkaufsschlager und für ein Drittel des Apple-Umsatzes verantwortlich. An die früheren Wachstumsraten beim Umsatz kommt der Player allerdings nicht mehr heran. Im vierten Quartal verkauften die Kalifornier rund 6,5 Millionen iPods. Das sind zwar mehr als dreimal so viele als noch vor einem Jahr, die Analysten hatten aber mit einer Stückzahl von bis zu acht Millionen gerechnet.

Apple voll zufrieden

Während die Aktie auf Talfahrt geht, zeigen sich die Verantwortlichen des Softwaregiganten vollauf zufrieden mit dem Geleisteten. Apple-Konzernchef Steve Jobs freute sich über "das beste Jahr der Apple-Geschichte" und stellte neue Produkte für 2006 in Aussicht. Für das laufende erste Quartal erwartet Apple einen Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 46 Cent je Aktie. Auch der Chef von Apple-Europa, Pascal Cagni, zeigte sich für die weitere Entwicklung optimistisch. "Europa ist die am stärksten wachsende Region für Apple". Insbesondere das Weihnachtsgeschäft sollte für einen neuen Umsatzschub sorgen.

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