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Das Modelabel Escada hat den Weg aus der Krise erfolgreich gemeistert. Jetzt stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Vorstandschef Wolfgang Ley hat ehrgeizige Ziele.

Das Modelabel Escada hat den Weg aus der Krise gemeistert. Jetzt stehen die Zeichen auf Wachstum.

Von Anja Weingran

Wenn die Modebranche aus der Mode kommt, brechen besonders für Luxusgüterkonzerne magere Zeiten an. Diese Erfahrung musste auch Escada vor rund zwei Jahren machen. Die Umsätze rasten im Geschäftsjahr 2002/03 in den Keller, der Verlust erreichte mit 77 Millionen Euro ein neues Rekordhoch. Dank eines strikten Sparprogramms - neben der Schließung unrentabler Läden trennte man sich auch von verlustbringenden Sparten wie Feraud - hat Escada im Geschäftsjahr 2003/04 (per 31.Oktober) die Trendwende geschafft und einen Gewinn von 3,8 Millionen Euro ausgewiesen. Das soll aber erst der Anfang gewesen sein. "Ich sehe die Chance, dass wir in drei, vier Jahren wieder der bestverdienende Damenmodekonzern in Europa sind - wie in den 80er Jahren", prophezeit Vorstandschef Wolfgang Ley.

Neue Wachstumsstrategie

Große Worte, hinter denen sich auch Taten verbergen. Den Beweis lieferte Escada mit den Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 160 Millionen Euro und lag damit über den Analystenprognosen von durchschnittlich 153 Millionen Euro. Auch beim Nettoergebnis überraschte der Konzern mit einem 90-prozentigen Anstieg auf 5,9 Millionen Euro.

Der Sparkurs der letzten Jahre hat sich ausgezahlt, doch Ley will sich nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Eine neue Wachstumsstrategie soll die jüngsten Erfolge nun untermauern. Dabei setzt man unter anderem, auf den "Puma-Effekt": sportliche Mode für junge, betuchte Kundinnen. Eigene Kreationen für spezielle Anlässe wie Hochzeiten und Empfänge sollen auch die Laufstege in Russland und China erobern. Durch die erfolgreiche Platzierung einer Anleihe über 200 Millionen Euro dürfte das Modelabel über genügend Kapital verfügen, um seine Ziele zu erreichen. Trotz der ehrgeizigen Wachstumsstrategie will Escada seinen Restrukturierungskurs vorerst nicht verlassen und im laufenden Geschäftsjahr 20 Millionen Euro einsparen. Beim Umsatz peilt der Konzern ein Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich an, das EBIT soll um mindestens zehn Millionen Euro zulegen. Ob der positiven Geschäftsentwicklung stellt das Unternehmen sogar wieder eine Gewinnausschüttung in Aussicht.

Passendes Schnittmuster

Escada hat im vergangenen Jahr zu seiner alten Stärke zurückgefunden. Die neue Strategie weg vom veralteten Goldknöpfchen-Image und hin zu trendigen Kollektionen dürfte dem angepeilten Wachstum und damit nicht zuletzt auch dem Aktienkurs gut tun. Im Peer-Group-Vergleich passt Escadas Schnittmuster ebenfalls: Derzeit ist das Unternehmen mit einem 2006er-KGV von 13 gegenüber der Konkurrenz günstig bewertet.

 

Escada

 

ISIN DE0005692107
Kurs am 27.05.2005 19,12€
Empfehlungskurs 18,18€
Ziel 26,00€
Stopp 16,30€
KGV 06e 13
Chance/Risiko 4/3

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (22/05)

 

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