Solarworld
- Alfred Maydorn - Redakteur

Angst vor Italien-Deckel belastet Solarworld, Q-Cells, Yingli und Co.

Der italienische Solarmarkt war einer der Wachstumstreiber im vergangenen Jahr. Jetzt droht eine Begrenzung der staatlichen Förderung. Die Kurse der meisten Solaraktien reagieren mit deutlichen Kursabschlägen. Auch die Analysten der Commerzbank haben sich negativ geäußert.

Die Experten der Commerzbank werden in ihrer aktuellen Einschätzung des Solarmarktes deutlich und sprechen von „zunehmend negativen Nachrichten". Damit ist insbesondere die befürchtete Deckelung der italienischen Solar-Subventionen gemeint.

Ziel schon fast erreicht

Der italienische Solarmarkt war 2010 mit einer neu installierten Leistung von rund sechs Gigawatt einer der großen Wachstumstreiber der Branche. Mittlerweile wurde in Italien die erst für das Jahr 2020 angepeilte Gesamtleistung von acht Gigawatt fast bereicht. Einige Experten befürchten, die italienische Regierung wird die Solarförderung aufgrund der hohen Kosten in Kürze komplett aussetzen.

Über 20 Milliarden Euro

Schätzungen zufolge hat der italienische Solar-Boom den Staat im vergangenen Jahr über 20 Milliarden Euro gekostet, was rund einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht. In Anbetracht des angeschlagenen italienischen Haushaltes wäre eine Kürzung oder Aussetzung der Solar-Subventionen ein einfaches Mittel, um Geld einzusparen.

Solar-Aktien weltweit unter Druck

Die in den letzten Tagen auftauchenden Befürchtungen haben die Solar-Aktien zuletzt deutlich unter Druck gebracht. Solarworld und Q-Cells haben rund zehn Prozent an Wert eingebüßt, aber auch die in New York notierten chinesischen Solaraktien mussten kräftige Kursabschläge hinnehmen. Yingli Green Energy gab am Freitag um knapp fünf Prozent nach, bei JinkoSolar erreichten die Abschläge sogar fast neun Prozent.

Deckelung oder Reduzierung

Eine Deckelung der italienischen Solarförderung wäre zweifellos ein erneuter Nackenschlag für die Branche, die sich gerade wieder auf dem Weg der Erholung befand - vor allem Dank des starken Wachstums in Italien. Noch ist allerdings nichts entscheiden - und vielleicht kann man sich ja nach deutschem Vorbild auf eine Reduzierung der Solarförderung einigen.

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