DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Angst vor den "Falken" - neue Bewährungsprobe für den DAX

Am Mittwochabend 20 Uhr MEZ wird das Sitzungsprotokoll der jüngsten Fed-Sitzung vom 26./27. April veröffentlicht. Da es keine Pressekonferenz mit Notenbankchefin Janet Yellen geben wird, ist auch keine Zinsanhebung zu erwarten. Die Erwartung ist aber, dass im Protokoll deutlich falkenartigere Töne angeschlagen werden. Die jüngsten US-Konjunkturdaten und Aussagen von Notenbankern schüren zusätzliche Zinsfantasie.

Zwei bis drei statt eine

So sind nach Einschätzung des Präsidenten der regionalen US-Notenbank Fed von Atlanta, Dennis Lockhart, zwei bis drei Leitzinsanhebungen in diesem Jahr möglich. Auch eine Zinserhöhung im Juni sei nicht vom Tisch, sagte Lockhart am Dienstag in Washington. Er sei optimistischer als die Finanzmärkte. Bislang rechnet das Gros nur mit einem Zinsschritt in diesem Jahr.

Zu Lockharts Aussagen passten die jüngsten amerikanischen Konjunkturdaten: Die Baugenehmigungen und -beginne am Immobilienmarkt hatten im April ebenso deutlich angezogen wie die Industrieproduktion. Zudem war die Inflationsrate wie von Ökonomen erwartet gestiegen.

DAX im Minus

Der deutsche Aktienmarkt notiert im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs am Vorabend im Minus. Neben den schwachen Vorgaben aus den USA kommt auch aus Asien nichts Gutes. Der Nikkei beendet den Handel nach einer Achterbahnfahrt - zwischenzeitlich sorgten BIP-Daten für ein Tagesplus - nahezu unverändert, die China-Börsen notieren deutlich im Minus.

Nachdem gestern beim DAX noch ein Test des Widerstands bei 10.110 Punkten im Raum stand, muss sich wahrscheinlich die 9.800-Punkte-Marke heute einem Angriff erwehren. Hier liegen mehrere Hoch- und Tiefpunkte sowie ein Fibonacci-Retracement.

Sollte diese Unterstützung nicht halten, ist mit einem erneuten Test der Auffanglinie bei 9.737 Zählern zu rechnen. Fällt der DAX auch darunter, droht ein Rücksetzer in den Bereich von 9.500 Punkten. Geht es nach den Experten von Goldman Sachs, ist das Motto "sell in May and go away" in diesem Jahr das richtige.

Vorsicht angebracht

DER AKTIONÄR hat in den letzten Handelstagen zur Zurückhaltung bei DAX-Long-Positionen gemahnt, solange nicht die 200-Tage-Linie zurückerobert wird. Diese Einschätzung hat nach wie vor Gültigkeit. Sollte die Marke von 9.800 Punkten unterschritten werden, ist stattdessen eine kleine Short-Position überlegenswert.

Mehr zum DAX an dieser Stelle oder ab sofort wieder täglich bei DER AKTIONÄR TV.

(mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Schlafwagenbörse - schlechtes Zeichen für den DAX?

Aus Trader-Sicht ist der DAX ein einziges Trauerspiel. Seit beinahe zwei Monaten pendelt das wichtigste deutsche Aktienbarometer zwischen 12.500 und 12.900 Punkten - zuletzt hat sich die Range noch enger zusammengezogen. Anleger müssen wahrscheinlich noch etwas geduldig sein, bis ein stärkerer Move … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Einfach reich? So geht es! Wie Sie entspannt an der Börse ein Vermögen aufbauen +++ Amazon.com - Frontalangriff: Jeff Bezos schnappt sich Whole Foods +++ FANG-Aktien: Das Ende der Party bei Facebook und Co?

Entspannt an der Börse ein Vermögen aufbauen geht nicht? Von wegen! Seit 1982 haben Aktien im Schnitt eine Rendite von 9,5 Prozent pro Jahr erzielt. Wie viel Überzeugungsarbeit muss eigentlich noch geleistet werden, damit Aktien endlich nicht mehr als Teufelszeug, sondern als gute Altersvorsorge, … mehr
| Thomas Bergmann | 1 Kommentar

Ölpreis-Schock - DAX-Crash voraus?

Die Freude über ein neues Allzeithoch beim DAX ist schon wieder Geschichte. Stattdessen besteht die Gefahr, dass der deutsche Leitindex die Marke von 12.700 Punkten wieder unterschreitet. Auslöser des jüngsten Rücksetzers ist ein stark fallender Ölpreis, was wiederum Konjunkturängste schürt. mehr