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- DER AKTIONÄR

Angriff auf den Apfel

Wer sich die Kursentwicklung der Apple-Aktie in den vergangenen dreieinhalb Jahren anschaut, dem könnte etwas schwindelig werden. Seit dem Frühjahr 2003 hat sich die Notierung mehr als verzehnfacht. Einer der Gründe für den Höhenflug: der große kommerzielle Erfolg des MP3-Players iPod. Das tragbare Gerät zum Abspielen digitaler Musikdateien hat sich seit seiner Einführung vor fünf Jahren rund 60 Millionen Mal verkauft.

Das Softwareunternehmen RealNetworks will das Musikgeschäft von Apple angreifen. Sein Verbündeter: der Speicherspezialist Sandisk.

Wer sich die Kursentwicklung der Apple-Aktie in den vergangenen dreieinhalb Jahren anschaut, dem könnte etwas schwindelig werden. Seit dem Frühjahr 2003 hat sich die Notierung mehr als verzehnfacht. Einer der Gründe für den Höhenflug: der große kommerzielle Erfolg des MP3-Players iPod. Das tragbare Gerät zum Abspielen digitaler Musikdateien hat sich seit seiner Einführung vor fünf Jahren rund 60 Millionen Mal verkauft und jüngst auch Apple-Chef Steve Jobs zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Der sagte vorletzte Woche in einem Interview: „Wir haben noch nie so viel von etwas verkauft.“ Neben den Verkaufszahlen des iPods hat die Börsianer in den vergangenen Jahren aber auch überzeugt, dass Apple zum Abspielgerät gleich den passenden, kostenpflichtigen Online-Musikdienst angeboten hat: Über iTunes können sich Kunden Songs direkt auf ihren iPod laden.

Die "Stones" locken

Nicht nur der Apple-Vorstandsvorsitzende, auch andere Firmen haben längst mitbekommen, dass das Geschäft mit Online-Musik ein Milliardenmarkt ist, von dem sich auch einige andere Konzerne einen Teil des Kuchens abschneiden möchten. So etwa RealNetworks. Der Anbieter von Mediensoftwarelösungen wie dem RealPlayer hat mit seinem Online-Musikportal Rhapsody schon seit längerem einen Fuß in der Tür zu diesem Markt – und jetzt auch die Kombination dieses Dienstes mit einem digitalen Abspielgerät nach dem Apple-Vorbild verkündet: Der MP3-Player, der vom Speicherspezialisten Sandisk entwickelt wird und der auf das Angebot von Rhapsody ausgerichtet ist, nennt sich Sansa Rhapsody. Kunden gewinnen will RealNetworks vor allem mit dem Angebot: Der Sansa Rhapsody wird gleich mit 30 Stunden Musik von Bands wie Coldplay und den Rolling Stones geliefert.

Zweifel wegen Microsoft

Allerdings findet das neue Engagement von RealNetworks schon erste Kritiker. Sie bezweifeln, dass der Konzern aus Seattle Apple signifikante Marktanteile abnehmen kann. Zumal auch der Softwaregigant Microsoft dabei ist, mit dem MP3-Player Zune und dem entsprechenden Online-Portal rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft an den Markt zu gehen.

Zusatzgeschäft oder Flop?

Das Geschäft mit dem MP3-Player Sansa Rhapsody und dem dazu gehörigen Musikportal könnte sich für RealNetworks als gutes Zusatzgeschäft erweisen. Dann würde der Aktienkurs des Unternehmens auch den nötigen Schwung erhalten, um den äußerst hartnäckigen Widerstand im Bereich um elf Dollar zu überwinden.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 40/2006.

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