Andritz AG
- Norbert Sesselmann - Redakteur

Andritz: Anlagenbauer mit Potenzial

Beim österreichischen Anlagenbauer Andritz laufen die Geschäfte richtig gut. Dies spiegelt auch der Kursverlauf der Aktie wider: Mit einem Plus von 70 Prozent zählte das Papier zum Highflyer im Maschinenbausektor. Trotz dieser rasanten Kurssteigerung ist noch Platz nach oben erkennbar.

Der Maschinenbauer hat für die ersten drei Quartale im Jahr 2010 hervorragende Zahlen präsentiert. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 Prozent auf 897 Millionen Euro. Die Analysten hatten hier gerade mal mit 848 Millionen Euro gerechnet. Das Ergebnis verdoppelte sich fast von 59,6 auf 114,6 Millionen Euro.

Schwellenländer werden wichtiger

Zuletzt hat der Anlagenbauer erneut einen Auftrag aus Brasilien an Land gezogen. Andritz rüstet dort ein neues Zellstoffwerk von Eldorado Brasil aus. Der Auftrag umfasst die Lieferung der gesamten Faserlinie und weiterer wesentlicher Ausrüstungen. Über den Auftragswert ist Stillschweigen vereinbart worden. Branchenvertreter rechnen mit einem Volumen zwischen 300 und 400 Millionen Euro. Nach Regionen betrachtet stammte bereits die Hälfte der Auftragseingänge aus den sogenannten Emerging Markets, wo auch schon mehr als ein Viertel der Mitarbeiter beschäftigt sind.

Analysten positiv gestimmt

Einige Analysten hatten sich kürzlich zur Aktie zur Wort gemeldet. So sieht die UBS noch deutliches Aufwärtspotenzial und erhöhte ihr Kursziel von 67 auf 82 Euro. Die Kaufempfehlung „buy" für die Aktie des steirischen Anlagenbauers wurde bestätigt.  Auch die Experten von JPMorgan sehen nun den fairen Wert bei 80 Euro (vorher 69 Euro). Der geschätzte Gewinn pro Aktie für 2010 wurde von 3,29 Euro auf 3,39 Euro angehoben, für 2011 wurde die Schätzung ebenfalls von 3,88 Euro auf 4,15 Euro nach oben revidiert. Für das vierte Quartal erwarten sich die Experten für das Unternehmen eine ähnlich gute Auftragslage wie für das dritte Quartal.

Nicht abschrecken lassen

Angesichts der guten Perspektiven empfiehlt DER AKIONÄR die Aktie von Andritz zum Kauf. Der Ausbau des Bereichs Biomasse wird das Wachstum treiben. Aber auch die weltweit wieder anziehenden Investitionen in Energieprojekte werden für lukrative Aufträge sorgen. Die Aktie hatte im Zuge der Finanzkrise an den Börsen bis zu zwei Drittel an Wert verloren. Dies war maßlos überzogen, denn inzwischen ist klar, dass das Unternehmen die Krise weitaus besser überstanden hat als erwartet. Seit Anfang 2009 steigt die Aktie dynamisch an und hat schon wieder längst ein neues Allzeithoch markiert. Die rasante Erholung des Kurses seit dem Absturz sollte einen langfristigen orientierten Anleger von Käufen nicht abschrecken. Die Aktie dürfte mittel- bis langfristig die Analystenkursziele um die 80 Euro erreichen.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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