DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Quo vadis DAX? Das sind die Prognosen der Experten

DAX

Das kurzfristige Potenzial für den DAX halten Analysten des Bundesverbandes Öffentlicher Banken (VÖB) für überschaubar. So dürfte die Fortführung der lockeren Geldpolitik im Euroraum zwar den Märkten weiterhin Liquidität zuführen und Anlagealternativen im Rentenbereich unattraktiv gestalten. Zudem sehen die VÖB-Analysten die Rückkehr der US-Notenbank Fed zu einer restriktiveren Gangart als positives Zeichen einer nachhaltigen Stärkung der amerikanischen Konjunktur. Sollte eine Leitzinsanhebung in den USA aber früher und drastischer als von den Markteilnehmern erwartet eintreten, könnte dies die Aktienkurse ins Minus treiben. Die Geldpolitik der Notenbanken bleibe damit entscheidend für die Kursentwicklung.

Deflation als Gefahr

Ferner zählten ein anhaltend schwaches Wirtschaftswachstum oder gar die Stärkung deflationärer Tendenzen in der Eurozone zu den Risiken für die weitere Entwicklung der Aktienkurse. Darüber hinaus können auch externe Schocks wegen der weltpolitischen Lage, insbesondere in der Ostukraine sowie dem arabischen Raum, zu empfindlichen Kursrückgängen führen.

Auch die mögliche Fortsetzung der Schwäche des Euros gegenüber dem US-Dollar wird von den Experten ambivalent gesehen. Einerseits erhöhe diese Entwicklung die Exportchancen europäischer Unternehmen, andererseits könnten sich außereuropäische Investoren bei Engagements in der Eurozone zurückhalten, um Währungsverluste zu vermeiden.

Keine großen Sprünge

Insofern trauen die Experten dem DAX auf kurze Sicht keine großen Sprünge zu. Die Analysten Manfred Bucher (BayernLB), Joachim Schallmayer (DekaBank), Markus Reinwand (Helaba), Dr. Berndt Fernow (LBBW) sowie Volker Sack (NordLB) sehen den deutschen Leitindex Ende des Jahres im Schnitt bei 9.620 Punkten und damit in etwa auf dem aktuellen Niveau. In sechs Monaten könnte das Börsenmeter auf durchschnittlich 9.800 Punkte steigen, was einem Plus von rund zwei Prozent gegenüber dem derzeitigen Stand entspräche. In einem Jahr sehen die Analysten den DAX bei 9.940 Punkten (+3,5 Prozent).

(von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Trumpcare oder Obamacare - D-Day für den DAX!

Nach der Verschiebung der für Donnerstag angesetzten Abstimmung im US-Repräsentantenhaus über eine Reform des unter Präsident Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems präsentiert sich der DAX am Freitag überraschend fest. Schon die Anleger in Japan ließen diese Nachricht links liegen und … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

1.000% Wachstum: Auto 2.0 - das sind die Top-Gewinner-Aktien +++ Facebook: Geheimprojekt schürt Fantasie +++ Heißes Gerücht: Weshalb DER AKTIONÄR bullish für diesen Nebenwert ist

Moderne Autos fahren nicht mehr mit Diesel oder Benzin, sondern mit Strom. Und sie fahren im Zweifelsfall selbst. So sieht die nicht mehr allzu ferne automobile Zukunft aus. In der neuen Ausgabe des AKTIONÄR lesen Sie, wie Sie vom Megamarkt Auto 2.0 profitieren können. mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Zittern die Anleger vor Trump, DAX jetzt shorten?

Nach dem Kursrutsch von 12.100 auf 11.850 Punkte kann sich der DAX am Donnerstag weiter über der Marke von 11.900 Zählern behaupten. Einen stärkeren Anstieg verhindert eine wichtige Abstimmung in den USA. Zudem drücken etwas schwächer als erwartet ausgefallene Konsumdaten etwas auf die Stimmung. mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Platzt die Trump-Blase oder holt der DAX nur Luft?

Am deutschen Aktienmarkt geht es den zweiten Tag in Folge kräftiger nach unten. Immer mehr Marktteilnehmer befürchten, dass US-Präsident Donald Trump seine ehrgeizigen Wahlversprechen nicht umsetzen kann. Erschwerend kommt für die deutschen Blue Chips hinzu, dass der Euro weiter an Boden gewinnt. mehr