Volkswagen St.
- Werner Sperber - Redakteur

Analyst: Volkswagen bleibt der "Top Pick"

Die Anleger verkaufen, als ob die Rezession toben würde. Die Analysten gehen für die Automobilbranche von einer Beruhigung beziehungsweise von einem langsameren Tempo beim anhaltenden Wachstum aus. Volkswagen ist dabei so gut aufgestellt, um "jeden Sturm zu überstehen".

"Es ist noch zu früh, um fest von einer Rezession auszugehen." So sieht Jochen Gehrke, Analyst der Deutschen Bank, die wirtschaftliche Lage für den Automobil-Sektor. Das Wachstum der Branche werde sich allerdings verlangsamen, weshalb Gehrke den Anlegern rät, auf Autowerte zu setzen, die sich während eines Abschwungs besser halten als die Aktien der Wettbewerber. Gehrke verwies dabei insbesondere auf die Anteilscheine des in Wolfsburg ansässigen Automobil-Konzerns Volkswagen. Gehrke bestätigte deshalb seine Einstufung für die Vorzugsaktie mit "Buy", senkte allerdings sein Kursziel von 175 auf 155 Euro. Michael Tyndall, Analyst von Barclays Capital, hat seine Methode geändert, Kursziele zu bestimmen, deshalb reduzierte er sein Price-Target von 170 auf 165 Euro und beließ sei Rating bei "Equal Weight". Fraser Hill, Analyst von Merrill Lynch, geht von einer langsamer zulegenden Konjunktur und geringeren Absatz-Zuwächsen der Automobilkonzerne in diesem und im nächsten Jahr aus. Er erwartet nun, dass alle Automobilhersteller 2011 und 2012 jeweils 18 Prozent weniger Gewinn einfahren als er bisher geschätzt hatte. Dennoch seien die Konzerne günstiger bewertet als früher. Deshalb beließ er sein Votum für die VW-Vorzüge bei "Buy" und senkte sein Kursziel von 185 auf 170 Euro.

"Besser vorbereitet"

Auch Stuart Pearson, Analyst von Morgan Stanley, geht von einem konjunkturbedingt langsameren Wachstumstempo der Automobilkonzerne aus. Allerdings dürften die Unternehmen diesmal besser auf eine Schwächephase vorbereitet sein als im Jahr 2008. Volkswagen ist gut aufgestellt, um jeden Sturm zu überstehen, deshalb bleiben die Vorzugsaktien sein "Top Pick". Pearson bestätigte seine Einstufung für die Anteilscheine mit "Overweight", reduzierte allerdings sein Kursziel von 190 auf 175 Euro. Insgesamt haben die Analysten ihre Gewinnschätzungen für das Jahr 2012 gesenkt. Gleichzeitig erhöhten sie die Erwartungen für dieses Jahr und das übernächste. Sie gehen nun von Ergebnissen pro Anteilschein von 20,04 Euro beziehungsweise 20,16 Euro respektive 21,97 Euro aus. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von lediglich 6 für 2011 und 2012 und von 5 für das Jahr 2013. Prinzipiell schließt sich DER AKTIONÄR diesen Einschätzungen an und bleibt vor diesem Hintergrund beim Kursziel von 185 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 100 Euro gesetzt werden.

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