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- DER AKTIONÄR

An den Mann gebracht

Hugh Hefner ist berechenbar: Wenn sich der 80-jährige Gründer des Magazins Playboy in der Öffentlichkeit zeigt, dann eigentlich immer in Begleitung leicht bekleideter Damen. So auch in "Girls of the Playboy Mansion": Bei der in Deutschland vom Musiksender Viva ausgestrahlten Reality-Show taucht "Hef" ab und zu inmitten seiner drei Freundinnen auf - am liebsten im Morgenmantel oder Seidenpyjama.

Durch die Schwäche im Verlagsgeschäft ist die Aktie des Playboy-Konzerns in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine Chance für Turnaround-Spekulanten?

Hugh Hefner ist berechenbar: Wenn sich der 80-jährige Gründer des Magazins Playboy in der Öffentlichkeit zeigt, dann eigentlich immer in Begleitung leicht bekleideter Damen. So auch in "Girls of the Playboy Mansion": Bei der in Deutschland vom Musiksender Viva ausgestrahlten Reality-Show taucht "Hef" ab und zu inmitten seiner drei Freundinnen auf - am liebsten im Morgenmantel oder Seidenpyjama. Aber so kennt man ihn eigentlich schon seit der Playboy-Gründung 1953, also seit mehr als 50 Jahren.

Der Verlag schwächelt

Eine ähnliche Konstanz hätten sich die Aktionäre in den vergangenen sieben Jahren auch von der Aktie des Playboy-Konzerns gewünscht. Doch das Papier hat sich seit dem Hoch im Jahr 1999 im Wert gedrittelt. Hauptgrund für den Rückgang ist das Verlagsgeschäft: Das Playboy-Magazin hat sowohl an Kioskkäufern als auch an Abonnenten verloren, ein damit einhergehender Rückgang bei den Werbeeinnahmen hat zusätzlich auf das Ergebnis gedrückt. So auch im jüngsten Quartal: Der Verlust im Verlagsgeschäft summierte sich auf rund 800.000 Dollar. Zudem sorgten ein niedriger Gewinn im Entertainmentsektor und hohe Verwaltungskosten für ein schlechteres Gesamtergebnis als im Jahr zuvor. Trotz eines leichten Umsatzplus von zwei Prozent auf 82,3 Millionen Euro sank der Nettogewinn um mehr als 60 Prozent, von 3,2 auf 1,1 Millionen Dollar.

Heil in neuen Medien

Es gab aber auch Lichtblicke. So konnte das Unternehmen im Lizenzgeschäft – das läuft beispielsweise gut, wenn andere Firmen das Hasen-Logo auf ihre Kleidungsstücke drucken – Zuwächse von 40 Prozent verzeichnen. Da diese Sparte besonders margenstark ist, kündigte Christie Hefner, Tochter des Gründers und seit 1988 Konzernchefin, im Rahmen der Bekanntgabe der Quartalszahlen Mitte November an, in diesem Segment „das Wachstum weiter zu beschleunigen“. Ähnliches gilt für den TV-on-Demand-Bereich. So sollen Playboy-TV“-Abonnements mithilfe der Kabelanbieter verstärkt an den Mann gebracht werden. Damit glaubt Hefner auch „die zuvor veröffentlichte Gewinnschätzung von 0,05 bis 0,10 Dollar pro Aktie für das laufende Jahr aufrechtzuerhalten“. Zudem will sie verstärkt auf das Internet setzen. Nachdem das Unternehmen im abgelaufenen Quartal durch Akquisitionen den Umsatz im Online-Segment um 40 Prozent steigern konnte, scheint man auch beim Playboy zu begreifen, dass das Heil eher in den neuen, denn in den alten Medien liegt.

Turnaround in Sicht?

Die Playboy-Aktie ist unter langfristigen Aspekten ein interessanter Turnaround-Kandidat. Wer die Aktie in Deutschland kaufen will, sollte besser die A-Aktie wählen; wer aufgrund besserer Umsätze in den USA ordert, nimmt besser das B-Papier (WKN 879 359).

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 51/2006.

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