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- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Amazon schlägt Q4-Erwartungen deutlich - Ausblick enttäuscht

Der E-Commerce-Riese Amazon hat am Abend die erwartet starken Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2018 gemeldet. Insbesondere die gestiegene Profitabilität sorgte für Freude bei den Anlegern. Ein enttäuschender Ausblick für das erste Quartal drückte jedoch auf die Stimmung. 

Die Q4-Geschäftszahlen von Amazon.com im Überblick (Prognosen):

Umsatz: 72,4 Mrd. Dollar (71,9 Mrd.)

Gewinn je Aktie: 6,04 Dollar (5,68)

AWS (Cloud): 7,43 Mrd. Dollar (7,30)

Das vierte Quartal ist wegen der Feiertage um Weihnachten traditionell das umsatzstärkste im gesamten Jahr.

Der Umsatzanstieg betrug 20 Prozent und fiel damit zwei Prozentpunkte stärker aus als erwartet. Bei Jahreserlösen deutlich jenseits der 200 Milliarden Dollar spekulieren Analysten seit längerer Zeit über eine Abschwächung des Wachstums. Allerdings war bis zuletzt nicht klar, wie stark diese ausfallen könnte.  

Ein weiterer Fokus bei dem E-Commerce-Riesen liegt auf der AWS genannten Cloud-Sparte. Das Geschäft mit Services und Speicher in der „Wolke“ ist wachstumsstark und trug in der Vergangenheit zeitweise 50 Prozent zu den operativen Gewinnen bei. Mit einem operativen Gewinn von 2,18 Milliarden Dollar in den letzten drei Monaten zementierte AWS nicht nur seinen Ruf als Cashcow, sondern auch den Führungsanspruch im Cloud-Markt gegen Konkurrenten wie Microsoft und Google. Analysten schätzen den Wert der Tochter im Falles eines Spin-off auf 350 Milliarden Dollar.

An der Börse stieg die Aktie nachbörslich zunächst bis auf 1.734 Dollar. Aktuell notiert der Titel bei 1.685 Dollar.

Als Stimmungskiller erwies sich am Abend der Ausblick für das erste Quartal 2019. 

Aufgrund einer Abschwächung des E-Commerce-Volumens in Europa und regulatorischen Hürden in Indien erwartet Amazon Erlöse im Bereich zwischen 56 bis 60 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 60,8 Milliarden Dollar kalkuliert.  

DER AKTIONÄR sieht sich angesichts der abermals starken Zahlen in seiner positiven Einschätzung für die Aktie bestätigt und behält seine Kaufempfehlung trotz der erwarteten leichten Wachstumsdelle im ersten Quartal bei.

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