Amazon
- Andreas Deutsch - Redakteur

Amazon: Das wurde in zehn Jahren aus nur 1.000 Euro

Anfang 2009: Die Anleger lecken sich immer noch die Wunden, die die Finanzkrise hinterlassen hat. Viele Börsianer sind nach den Schrecken der Lehman-Pleite in Schockstarre und schwören den Aktienmärkten für immer ab. Schade! Die Performance von Amazon zeigt, wie viel man verdienen kann, wenn man antizyklisch kauft.

„Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“ Der Spruch des Bankiers Carl Mayer von Rothschild dürfte den allermeisten Anlegern hinlänglich bekannt sein. Doch nur wenige halten sich daran und agieren prozyklisch.

Bestes Beispiel: die Wochen nach der Finanzkrise. Der Crash belastete die Nerven der Anleger über Gebühr. Die Zahl der Aktionäre und Aktienfondsbesitzer in Deutschland sank und sank und fiel 2009 unter neun Millionen – zum ersten Mal seit 1999. 2010 sank die Zahl noch weiter – auf 8,3 Millionen. Die magische Schwelle von zehn Millionen wurde erst wieder 2017 übertroffen.

Etliche Anleger sahen also nur zu, wie sich Top-Aktien wie Apple, Amazon oder SAP immer weiter von ihren Finanzkrisen-Tiefs erholten. Wer Anfang 2009 bei Amazon zugriff und nur 1.000 Euro investierte, kommt jetzt auf 32.830 Euro.

Wer später kaufte oder noch gar nicht investiert ist, muss sich nicht ärgern: Die Amazon-Story ist noch längst nicht ausgereizt. Das liegt zu einem großen Teil an der Erfolgsgeschichte AWS. Die Amazon-Cloudsparte wächst seit Jahren ganz stark und ist mittlerweile der größte Gewinnbringer des Konzerns.

Jefferies-Analyst Brent Thill bewertet AWS mit 350 Milliarden Dollar, was angesichts des starken Wachstums und der attraktiven Kundenbasis absolut in Ordnung geht. Das E-Commerce-Geschäft, das nach wie vor stark wächst, kann man mit 500 Milliarden Dollar bewerten. Macht 850 Milliarden Dollar.

Darüber hinaus kann Amazon eine dominante Rolle als Fintech, Healthcare-Unternehmen und Versicherung spielen. Im Peer-Group-Vergleich sollte jeder dieser Bereiche auf 100 Milliarden Dollar kommen.

Ergebnis: 1.150 Milliarden Dollar. Die Aktie hat also noch 40 Prozent Kurspotenzial.

Aus nur 1.000 Euro wurde ein kleines Vermögen

Kaufen!

DER AKTIONÄR bleibt klar bullish für Amazon. Kursziel: 1.800 Euro. Stopp: 1.200 Euro.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Börsen.Briefing. | 0 Kommentare

Amazon-Aktie: Sensationelle Prognoseanhebung

Die meisten sehen in Amazon einfach einen erfolgreichen Online-Händler, der einfach alles für jedermann anbietet. Immer mehr erkennen das Potenzial der Cloud-Sparte AWS. Doch einen Bereich haben die wenigsten auf dem Schirm. Dabei wächst er offenbar schneller als selbst Experten ihre Prognosen nach … mehr
| Andreas Deutsch | 0 Kommentare

Amazon: Wird der Druck zu groß?

Erst die Scheidung, dann die Berichte um eine Affäre und eine angebliche Erpressung, nun auch noch ein Steuerstreit: Der Gegenwind bläst Amazon-CEO Jeff Bezos immer schärfer ins Gesicht. Mancher Aktionär macht sich schon Sorgen, bei so vielen Problemen könnte das Operative in Mitleidenschaft … mehr