Deutsche Post
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Amazon.com greift Deutsche Post an

Der E-Commerce-Riese Amazon.com baut Informationen von Reuters zufolge seine Lieferdienste in den USA aus. Der US-Konzern begibt sich damit in direkte Konkurrenz zu etablierten Logistik-Playern. Werden FedEx, UPS und Co ausradiert?

Angriff auf Kosten und Konkurrenz

Es ist schon lange bekannt, dass Amazon mit alternativen Liefermöglichkeiten experimentiert. Ursprünglich als schnelle und günstige Alternative nur für Prime-Kunden gedacht, übernimmt die eigene Test-Logistik nun auch die Lieferung von Paketen für Normalkunden. Selbst eine eigene Flugzeugflotte ist offenbar im Gespräch. Im Visier hat der Konzern natürlich die hohen, steigenden Logistikkosten. Die Gesamtkosten dafür beliefen sich im Jahr 2015 auf 11,5 Milliarden Dollar. Dem stehen Einnahmen für Verpackung und Versand in Höhe von 6,5 Milliarden entgegen, netto bleibt der Konzern also auf rund fünf Milliarden sitzen. Darum geht es.

Statistic: Amazon's shipping revenue and outbound shipping costs from 2006 to 2015 (in million U.S. dollars) | Statista
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Für Wettbewerber wie FedEx und UPS ist die Gefahr, dass der Kuchen künftig kleiner wird am größten. Doch auch die Deutsche Post muss sich auf magerere Zeiten einstellen. Europa dürfte der nächste Markt sein, auf dem Amazon eigene Regeln aufstellen wird. Amazon ist für DHL der wichtigste Kunde. Aktionäre der Deutschen Post müssen sich auf die neue Situation einstellen.

Chart angeschlagen: Verkaufssignal intakt

Die charttechnische Situation bei der Deutschen Post mahnt bereits zur Vorsicht. Mit dem Bruch unter die Marke von 22,50 Euro ist bereits ein Verkaufssignal aktiv und eine obere Trendwendeformation (Schulter-Kopf-Schulter-Muster) abgeschlossen. Kurzfristig ist im Zuge der Erholung an den Märkten zwar ein Rebound an diese Widerstandsmarke denkbar. Derartige Stärkephasen sieht DER AKTIONÄR jedoch als Gelegenheit, um Positionen abzubauen.

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