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- Michael Herrmann - Redakteur

Amazon.com: Blitzstart für Apples größten Rivalen

Die Aktie des Online-Händlers Amazon.com hat zuletzt kräftig gelitten. Die ersten Zahlen für das Kindle Fire dürften der ihr nun aber wieder Auftrieb geben. Das Tablet hat es auf Anhieb auf Platz 2 der Verkaufscharts geschafft. Nur Apples iPad ist noch beliebter.

Die Einführung des Kindle Fire hat im vergangenen Jahr großes Aufsehen verursacht. Offenbar zu Recht: Amazon selbst gibt zwar keine Verkaufszahlen für das Tablet bekannt, die Marktforscher von IHS schätzen aber, dass Amazon im vierten Quartal 2011 knapp 3,9 Millionen Geräte verkauft hat. Damit hat sich das Amazon-Tablet aus dem Stand heraus einen Marktanteil von 14 Prozent gesichert. Klarer Marktführer bleibt Apple. Die Verkaufszahlen des iPad stiegen von 11,1 auf 15,4 Millionen. Der Marktanteil sank dennoch von 64 auf 57 Prozent.

Duopol

Die Tablet-Verkaufszahlen zeigen, dass sich vor allem zwei Anbieter etablieren: Apple im Premium-Bereich und Amazon im preiswerten Segment. Amazon bietet das Kindle Fire zu einem Kampfpreis von 199 Dollar an. Experten zufolge verdient Amazon dabei kaum noch etwas. Das Kindle Fire soll vielmehr Amazons Absatz digitaler Medien ankurbeln. Mit dem Kindle-eReader hat Amazon bei Büchern bereits erfolgreich vorgemacht, wie man Kunden alles aus einer Hand anbietet.

Auf den zweiten Blick noch besser

Bei den Zahlen des Kindle Fire sind zwei Dinge besonders bemerkenswert: Erstens kam das Kindle Fire erst am 15. November auf den Markt, und wurde damit nur in der Hälfte des vierten Quartals verkauft. Zweitens ist das Fire bisher im Grunde nur in den USA erhältlich und hat daher noch einen deutlich kleineren Absatzmarkt.

Weitsicht zahlt sich aus

Die Amazon-Aktie ist zuletzt stark unter Druck geraten, da Gründer und Konzernchef Jeff Bezos wieder einmal große Investitionen in die Infrastruktur angekündigt hat. Für den massenweisen Verkauf von digitalen Inhalten sind diese aber zwingend notwendig. Die ersten Absatzschätzungen für das Kindle Fire stimmen zuversichtlich, dass sich die Weitsicht des Konzernchefs erneut auszahlt. Spätestens wenn die Aktie den charttechnischen Abwärtstrend überwindet, sollten Anleger wieder zugreifen.

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