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Amazon - Schwach wie lange nicht

Der Internethändler Amazon hat im dritten Quartal weitaus weniger verdient als erwartet. Die Aktie verliert nachbörslich fast acht Prozent, auch weil die Aussichten auf das laufende Quartal alles andere als rosig sind.

Der Internethändler Amazon hat im dritten Quartal weitaus weniger verdient als erwartet. Die Aktie verliert nachbörslich fast acht Prozent, auch weil die Aussichten auf das laufende Quartal alles andere als rosig sind.

Von Steffen Eidam

Die Enttäuschung über das schwache Quartalsergebnis beim weltgrößten Internet-Einzelhändler Amazon.com ist groß. Wie sonst lässt sich ein nachbörslicher Kursrutsch von 7,7 Prozent erklären. Viele Investoren wundern sich auch über die schwache Umsatzprognose für das vierte Quartal. Jetzt gilt es, die Strategie zu überdenken, denn zumindest einige Probleme sind hausgemacht.

Gewinneinbruch und schwacher Ausblick

Amazon hat für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg um 27 Prozent auf 1,86 (Prognose: 1,84) Milliarden Dollar gemeldet. Dabei fiel der Gewinn allerdings von 54 Millionen Dollar im Vorjahr (13 Cent je Aktie) auf aktuell 30 Millionen Dollar (sieben Cent je Aktie). Ohne die Sonderbelastung aus einem Rechtsstreit in Höhe von 40 Millionen Dollar lag der Gewinn bei 16 Cent je Aktie und damit über den Markterwartungen von 15 Cent. Viele Börsianer nahmen dem US-Konzern vor allem den schwachen Ausblick übel: Für das laufende vierte Quartal inkl. dem wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnet Amazon mit einem Umsatz zwischen 2,86 Milliarden Dollar und 3,16 Milliarden Dollar. Analysten gehen im Schnitt von 3,08 Milliarden Dollar aus. Mit 5,9 Prozent ohne Sonderposten blieb zudem die Bruttogewinnmarge hinter den Erwartungen zurück.

Höhere Kosten = Schwache Marge

Laut Finanzchef Tom Szkutak belastet der wiedererstarkte Dollar das Geschäft in Übersee. Doch das ist sicher nicht die einzige Ursache des Gewinneinbruchs. So hat das in Seattle ansässige Unternehmen sehr viel Geld in die Hand genommen um den Verkauf des neuesten Harry-Potter-Buches anzukurbeln - und nicht zuletzt, um die Wettbewerber auszustechen. Das ist mit einer verkauften Auflage von bislang 1,6 Millionen Exemplaren in der Tat gelungen, allerdings hat die Marge erheblich darunter leiden müssen.

Auch der hohe Ölpreis hat sich negativ auf die Marge von Amazon ausgewirkt. Hierbei muss man berücksichtigen, dass der Konzern den größten Teil seiner Ware versandkostenfrei ausliefert - in vielen Fällen über sehr große Distanzen. Um der Aktie wieder etwas Leben einzuhauchen, gilt es nun die Margen zu verbessern. Dass es mit Preissenkungen allein nicht getan ist, hat das Management jetzt zur Kenntnis nehmen müssen.

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