Allianz
- Werner Sperber - Redakteur

Allianz mit dem Angst-Hebel

Wenn die Angst vor der Staatsschuldenkrise steigt, sinkt der Kurs der Allianz am stärksten von allen Versicherungs-Aktien. Da viel Angst bereits in den Notierungen enthalten ist, ergibt sich allerdings auch ein positiver "Angst-Hebel".

Aktuell ist die Angst vor Staatspleiten und Rezession wieder besonders stark. Michael Huttner, Analyst von JPMorgan, erkennt dabei ein Muster beim Kursverlauf der Allianz. Wenn sich die Renditen von Staatsanleihen bei sinkender oder steigender Angst ändern, reagiere der Börsenwert des Konzerns aus München im Vergleich mit den anderen Versicherungsunternehmen am stärksten. Da niedrigere Renditen schon eingepreist seien, würde ein Rendite-Anstieg den Aktienkurs der Allianz beflügeln. Vor diesem Hintergrund bestätigt Huttner seine Einstufung für die Aktie der Allianz mit "Neutral". Raghu Hariharan, Analyst der Citigroup, erklärt: Die Ängste der Anleger vor den staatlichen Finanzkrisen seien übertrieben, zumal die Finanzen der Versicherungskonzerne robuster seien als im Jahr 2008. Die operative Dynamik nehme sogar zu. Hariharan bleibt vorsichtig. Er bevorzugt Aktien von Unternehmen wie der Allianz, die hohe Qualität bei einer günstigen Bewertung bieten. Zudem würde der Konzern zu den größten Profiteuren einer Konjunkturerholung zählen. Deshalb belässt er sein Rating bei "Buy" und sein Kursziel bei 110 Euro.

Allianz bleibt bevorzugt

Jon Hocking, Analyst von Morgan Stanley, ist pessimistischer bezüglich der Entwicklung der Schuldenkrise im Euro-Raum geworden. Er geht allerdings auch davon aus, dass die Allianz die Risiken aus dem Engagement in Anleihen von Euro-Krisenländern kontrollieren kann. Unter den großen Assekuranzen bleibt die Aktie der Allianz deshalb sein bevorzugter Wert. Hocking bestätigt sein Votum mit "Overweight", reduzierte allerdings sein Kursziel von 124,20 Euro auf 117,20 Euro. Insgesamt haben die Analysten ihre Ergebnis-Schätzungen für das laufende Jahr zwar noch weiter gesenkt, für das übernächste Jahr allerdings auch kräftig erhöht. Sie erwarten nun einen Gewinn je Aktie von 10,71 Euro, 12,44 Euro und 13,41 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 6 beziehungsweise 5.

Da die Allianz fundamental solide ist und viel Negatives bereits im Kurs enthalten sein dürfte, können Anleger in einem wieder optimistischeren Marktumfeld erste Positionen eingehen. Der Stoppkurs sollte bei 59 Euro gesetzt werden.

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