Allianz
- Werner Sperber - Redakteur

Allianz: Objektiv kaufenswert; Börsenwelt Presseschau III

Die Experten der Actien-Börse erinnern daran, dass jüngst bei der Hauptversammlung der Allianz SE mehr über die Nachfolge des CEO Diekmann (Anmerkung der Redaktion: Hans Bernecker, Herausgeber der Actien-Börse, meint damit den Vorstandsvorsitzenden Michael Diekmann.) geredet worden ist, als über die besondere Schieflage der Allianz im Sektor Kapitalanlagen. Das Versicherungsgeschäft läuft plangemäß und es bringt etwa die Hälfte des zu erwartenden Konzernumsatzes von 140 Milliarden Euro ein. Das Geschäft mit Kapitalanlagen für Dritte jedoch hat Schlagseite (Anmerkung der Redaktion: Dieses Geschäft ist auch in der Pacific Investment Management Company, LLC, kurz PIMCO, zusammengefasst. PIMCO ist im US-Staat Kalifornien ansässig und hat sich auf die Geldanlage in verzinsliche Wertpapiere spezialisiert. PIMCO ist im Jahr 1971 als Tochterfirma des Lebensversicherungs- und Finanzdienstleistungskonzerns Pacific Life gegründet worden. Im Jahr 2000 ist PIMCO vollständig von der Allianz Global Investors of America übernommen worden. Die wiederum gehört zu drei Prozent der Pacific Life und zu 97 Prozent der Allianz SE. In Deutschland arbeitet PIMCO als Anlageberater für die Rentenfonds von Allianz Global Investors.).

"Fest steht: Nicht nur PIMCO als größter Bondsmanager liegt falsch, sondern ebenfalls der Rest. Herr Diekmann operiert seit drei Jahren mit dem Begriff Solvency II als Erklärung dafür, die Aktien-Hausse nicht nutzen zu können. Alle anderen machen es jedoch offensichtlich anders oder besser. Der geschätzte entgangene Ertrag aus Kapitalanlagen in Aktien lässt sich nach den üblichen Vergleichsusancen auf die üblichen 200 Milliarden Euro für die vergangenen drei Jahre schätzen", bezogen auf das gesamte verwaltete Vermögen von mehr als zwei Billionen Euro (Anmerkung der Redaktion: Als Solvency II wird eine von der Kommission der Europäischen Union im Juli 2007 auf den Weg gebrachte, grundlegende Neugestaltung des europäischen Versicherungsaufsichtsrechts bezeichnet. Dabei geht es vor allem um die Vorschriften zur Solvabilität. Solvabilität bezeichnet im Versicherungs- und Bankwesen die Ausstattung der Unternehmen mit eigenem, so genanntem unbelastetem Geld. Je höher die Solvabilität ist, desto besser sollten die Ansprüche der Gläubiger, also auch der Versicherungsnehmer, abgedeckt sein. Die dafür zur Verfügung stehenden Eigenmittel sind vor allem das Eigenkapital des Konzerns, die gesetzlichen und freien Rücklagen sowie der Gewinnvortrag. Dr. Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, hält den tatsächlichen Beginn von Solvency II im Jahr 2017 für möglich. Das Falschliegen der Allianz SE dürfte sich wohl auf eine für Hans Berneckers Vorstellungen zu niedrige Aktienquote im Vermögen der Allianz SE beziehen. Wer "der Rest" und "alle anderen" sind, erklärt Bernecker genauso wenig, wie er auf  "die üblichen 200 Milliarden Euro" kommt.). "Jetzt wird es eng. Die Allianz steckt in einer ähnlichen Klemme wie vergleichbar die Deutsche Bank in ihrer Struktur (Anmerkung der Redaktion: Auch hier belässt es Bernecker bei seinem Urteil, wofür er eine Erklärung oder Begründung schuldig bleibt.). "

Derzeit kostet die Allianz SE 55 Milliarden Euro an der Börse. Bei dem erwarteten Umsatz von 140 Milliarden Euro lässt sich im Vergleich zu ähnlichen Wettbewerbern problemlos eine Marktkapitalisierung von 70 bis 75 Milliarden Euro und mehr hochrechnen. Aus der "objektiven Bewertung" ergibt sich ein Kursziel von 145 bis 165 Euro. Anleger sollten die Aktie also mit einem Kursziel von 145 Euro kaufen.

Börsenwelt Presseschau (Aus gegebenem Anlass: Der vorhergehende Text ist von der genannten Publikation übernommen sowie üblicherweise sinnwahrend gekürzt und verständlicher formuliert. Anmerkungen der Börsenwelt-Redaktion stehen ausschließlich in Klammern und sind mit dem Vorsatz "Anmerkung der Redaktion" gekennzeichnet. Eine Presseschau gibt Texte anderer Presseorgane wieder, ohne deren Sinn zu verändern. Kollege H. G. hat auf folgendes hingewiesen: Die Bezeichnung "endlos laufender Call-Optionsschein" ist nicht korrekt beziehungsweise irreführend, denn Optionsscheine (im strengen Sinne) haben immer eine Laufzeit. Korrekt müsste es "Turbo-Call-Optionsschein" etc. heißen. Im Sinne der leichteren Lesbarkeit behalten wir jedoch die Formulierung "endlos laufender Call-Optionsschein" bei.)


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