Allianz
- Thorsten Küfner - Redakteur

Allianz, Commerzbank, Deutsche Bank und Munich Re: Höherer Haircut bei Griechenland-Bonds?

Das Jahr 2012 könnte für die Allianz, Commerzbank, Deutsche Bank und Munich Re denkbar schlecht beginnen. Möglicherweise müssen die Finanzriesen noch größere Abschläge auf ihre griechischen Staatsanleihen in Kauf nehmen. Die Verhandlungen hierzu stehen kurz vor dem Abschluss.

Das dürfte kein schöner Auftakt in das neue Jahr werden: Allianz, Commerzbank, Deutsche Bank und Munich Re müssen eventuell noch höhere Haircuts auf ihre griechischen Staatsanleihen hinnehmen. Die Bundesregierung wollte die Spekulationen über einen größeren Schuldenschnitt nicht kommentieren, erklärte aber, dass die Gespräche bald abgeschlossen sein werden. Deutschland prüft offenbar derzeit noch einen Vorschlag, wonach der private Sektor 75 Prozent der gehaltenen griechischen Schuldtitel abschreiben muss. Erst im Oktober wurde ein „freiwilliger" Schuldenschnitt von 50 Prozent vereinbart. Banken und Versicherer wehren sich daher vehement, gegen einen noch größeren Haircut. Es dürfte spannend bleiben.

Verkraftbar, außer ...

Ein größerer Schuldenschnitt auf griechische Staatsanleihen wäre für die Deutsche Bank, die Allianz und die Munich Re sicherlich ärgerlich, da er das Ergebnis für das erste Quartal belasten dürfte. Die Finanzriesen sollten einen derartigen Schritt aber definitiv verkraften können. Problematisch wäre es allerdings, wenn anschließend auch andere hoch verschuldete Eurostaaten wie etwa Irland, Portugal oder gar Italien und Spanien ähnliche Hilfsmaßnahmen einfordern würden. Risikobereite Anleger können dennoch einsteigen.

Für die Commerzbank könnte es

Für die Commerzbank wäre bereits ein griechischer Schuldenschnitt von 75 Prozent sehr kritisch zu sehen. Schließlich müsste der DAX-Konzern in diesem Fall wohl auf einen dreistelligen Millionenbetrag verzichten. Angesichts einer von der Bankenaufsicht EBA ermittelten Kapitallücke von rund fünf Milliarden Euro wäre dies ein herber Rückschlag. Eine Kapitalerhöhung oder sogar weitere Staatshilfen würden dann wahrscheinlicher werden. Die Aktie bleibt daher ausnahmslos für mutige Anleger geeignet.

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